Neue Regeln sorgen für Verwirrung

Schwalm: Schnelltest für Friseurbesuch ausreichend – Obermeister appelliert an Kunden

Wird seine Kunden weiter mit Maske bedienen: Innungsobermeister Carsten Ciemer bleibt in seinem Salon in Loshausen bei der 3G-Regel.
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Wird seine Kunden weiter mit Maske bedienen: Innungsobermeister Carsten Ciemer bleibt in seinem Salon in Loshausen bei der 3G-Regel.

Seit Donnerstag gelten in Hessen verschärfte Corona-Regeln. Die Verunsicherung bei Friseuren und Kunden ist groß. Wir sprachen mit dem Obermeister der Friseurinnung Schwalm-Eder.

Schwalm. „Es ist ein riesiges Durcheinander“, sagt Carsten Ciemer, Obermeister der Friseurinnung Schwalm-Eder. Und meint damit die neuen Corona-Regeln in Hessen, die auch die Friseure betreffen. Denn ab sofort ist es den Salons selbst überlassen, mit der 2G- oder eben die 3G-Regel zu arbeiten. „Damit wird auch wieder Verantwortung auf die Betriebe abgewälzt“, sagt Ciemer, der sich zusammen mit seinem Team im Loshäuser Salon für das 3G-Modell entschieden hat.

„Wir werden weiter im Schichtsystem und mit Maske arbeiten, damit fühlen wir uns einfach wohler.“ Ciemer ärgert sich über die Möglichkeit des Optionsmodelles: „Es sorgt für ganz große Verwirrung – und zwar unter Kollegen, vor allem aber bei den Kunden. Hier steht das Telefon kaum noch still.“

Friseur rechnet mit Testflicht

Während bei Veranstaltungen in Innenräumen, in der Gastronomie und in Ausstellung Ungeimpfte einen PCR-Test vorweisen müssen, reiche für Ungeimpfte beim Friseurbesuch in Hessen nach wie vor ein Schnelltest aus, so Ciemer. „Aber ich appeliere wirklich generell an alle Kunden, sich regelmäßig testen zu lassen – das ist das Mittel der Wahl für den Alltag.“ Er rechne aber damit, dass eine PCR-Testpflicht kommen werde.

Die Testpflicht hatte in der jüngsten Verordnung abermals für große Verwirrung gesorgt, ärgert sich der Obermeister: „Die Regeln sind schlecht formuliert und werden schlecht kommuniziert.“ Kollegen wüssten zum Teil nicht, was sie machen sollten. Immerhin zeige sich, dass die Friseurbetriebe nicht zu Hotspots in der Pandemie gehörten: „Wir achten streng auf die Einhaltung der Regeln und das ist gut so.“

Zudem gebe es auch positive Aspekte für den Berufsstand: „Dadurch, dass nicht mehr jeder Stuhl besetzt wird, können wir uns den Kunden anders widmen, der Austausch ist intensiver geworden, die Wertschätzung gestiegen – das ist ein großer Gewinn.“

Entfallen war unlängst die Dokumentationspflicht, das heißt, die Erfassung der Kundendaten – das wird wohl künftig auch so bleiben, meint der Loshäuser. Allerdings müssen sich die Mitarbeiter in den Friseurbetrieben verpflichtend zwei Mal in der Woche per Schnelltest testen lassen: „Und hierfür gibt es nun eine Dokumentationspflicht“, erläutert Ciemer. (Sandra Rose)

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