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Neue Schutzstreifen leiten in die Festung Ziegenhain

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Von: Johannes Rützel

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Neuer Fahrradschutzstreifen in der Festungsstraße in Ziegenhain. Er verbindet auf rund 500 Metern die Festung Ziegenhain mit dem Bahnradweg.
Neuer Fahrradschutzstreifen in der Festungsstraße in Ziegenhain. Er verbindet auf rund 500 Metern die Festung Ziegenhain mit dem Bahnradweg. © Anne Quehl

Die neuen Markierung sind Teil des Schwalmstädter Radverkehrskonzepts. Es gibt auch konkrete Planungen fürs Apfelgässchen.

Schwalmstadt – In Ziegenhain gibt es einen neuen Fahrradschutzstreifen. Auf der Festungsstraße wurden auf einer Länge von rund 500 Metern beiderseits Streifen abmarkiert.

Die Markierungen sind Teil des Radverkehrskonzepts und erweitern die Radfahrinfrastruktur. In diesem Fall verbinde es vor allem den Bahnradweg (D4) mit der Innenstadt von Ziegenhain, heißt es auf unsere Anfrage aus dem Rathaus Treysa. Auch in Schwalmstadt solle das Fahrrad eine echte Alternative zum Pkw darstellen und das Radfahren attraktiver machen.

ADFC: Gut für Touristen und Alltagsradfahrer

Der ADFC Schwalmstadt sieht in den beidseitig angelegten Schutzstreifen ein positives Signal. Sie seien dort sinnvoll, wo ansonsten wegen der Beengtheit keine eigenen Radverkehrsanlagen angebracht werden können. Die Radtouristen auf dem Bahnradweg würden über den neuen Schutzstreifen eingeladen, in die Stadt respektive in die Festung zu fahren. Und auch dem Alltags-Radverkehr werde gezeigt, dass er auf der Fahrbahn sicher in die Stadt gelangen könne, so Susanne Molis-Klippert vom ADFC.

Im September soll der nächste Schutzstreifen markiert werden, dann im Apfelgässchen in Treysa, einseitig in Fahrtrichtung Ascheröder Straße. Dies hält auch der ADFC Schwalmstadt für sehr sinnvoll. Sonstige konkrete Beauftragungen für Schutzstreifen gebe es derzeit nicht, war aus der Stadtverwaltung Schwalmstadt zu erfahren.

Diese Regeln gelten auf Schutzstreifen

Für alle Verkehrsteilnehmer bedeutet die unterbrochene weiße Leitlinie laut Straßenverkehrsordnung, dass über ihr nicht geparkt werden darf. Außerdem dürfen Fahrzeuge die Leitlinien nur bei Bedarf überfahren, jede Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer muss vorher ausgeschlossen werden. Da Schutzstreifen ein Teil der Fahrbahn sind, muss hier beim Überholen von Radfahrern innerorts ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden, worauf auch der ADFC nochmal ausdrücklich hinweist. „Nichtbeachtungführt zu einer starken Gefährdung der Radfahrenden“, sagt Susanne Molis-Klippert. Sie appelliert dringend, diese Regeln einzuhalten.

Hintergrund: Jeder dritte Fahrradunfall auf Schutzstreifen wegen geparkter Autos

Schutzstreifen werden oft kontrovers diskutiert, viele Radfahrer fühlen sich hier unwohl. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat das Gefahrenpotenzial der Schutzstreifen untersucht und festgestellt, dass fast jedes zweite Kfz Fahrradfahrer mit weniger als 1,5 Metern Seitenabstand überhole und dass jeder dritte Fahrradunfall im Zusammenhang mit geparkten Autos passiert, auch wegen unachtsam geöffneten Fahrzeugtüren. Die UDV empfiehlt daher, Schutzstreifen mindestens 1,85 Meter breit und mit 0,75 Meter Sicherheitsabstand zu parkenden Autos auszuweisen. Gesetzlich vorgegeben ist derzeit eine Breite von 1,25 Meter pro Schutzstreifen. Der ADFC empfiehlt, als Fahrradfahrer von parkenden Autos mindestens einen Meter Seitenabstand einzuhalten.

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