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Neue Unterkunftsgebäude in Schwarzenborn sind fertig

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Von: Sylke Grede

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Die sechs neuen Gebäude in den Tarnfarben „Urban Camouflage“der Bundeswehr bieten 378 Soldaten Unterkunft in der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn.
Die sechs neuen Gebäude in den Tarnfarben „Urban Camouflage“der Bundeswehr bieten 378 Soldaten Unterkunft in der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn. © Torben Schreiber, Sylke Grede

Nach 20 Monaten Bauzeit (HNA berichtete) wurden die neuen Unterkünfte jetzt eingeweiht. Die Soldaten ziehen demnächst in ihre neuen Quartiere um.

Schwarzenborn – Schon beim ersten Blick wird klar, diese dreistöckigen Gebäude gehören zur Bundeswehr. Die äußere Farbgestaltung der neuen Unterkunftsgebäude in der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn erinnert sehr „Urban Camouflage“. So nennt man in Militärkreisen ein dreifarbiges Tarnmuster in weiß-beige, schwarz und grau.

Ausziehbares Bett, Fernsehen und eigenes Bad: die neuen Stuben bieten einen hohen Standard.
Ausziehbares Bett, Fernsehen und eigenes Bad: die neuen Stuben bieten einen hohen Standard. © Privat

Klimafreundliches Bauen

Die Kaserne im Knüll ist Heimat eines bundesweit einzigartigen Infrastruktur-Pilotprojekts. In Holzbauweise gebaut und mit sogenannten Raumzellen gefüllt, konnten die Gebäude innerhalb kürzester Zeit realisiert werden. Gewinnbringend nicht nur für die Jäger, sondern eine einzigartige Chance für alle Liegenschaften der Bundeswehr. 6672 Tonnen CO2: so viel Treibhausgas wurde beim Bau der neuen Unterkunftsgebäude für die Soldatinnen und Soldaten der Knüll-Kaserne eingespart, rechnet das Jägerbataillon vor. Ein beachtlicher Beitrag zum Klimaschutz, meinen die Soldaten.

Eine Gemeinschaftsküche für die Soldaten: Ein Ort zum Treffen.
Eine Gemeinschaftsküche für die Soldaten: Ein Ort zum Treffen. © Privat

Zeitgemäßer Wohnkomfort: eigenes Bad und WLAN

Doch nicht nur das, was unsichtbar ist, ist aus Sicht der Bundeswehr besonders – auch das Sichtbare ist ein großer Schritt nach vorn. Das Jägerbataillon 1 kann seine Soldaten nun in sechs neuen Unterkunftsgebäuden unterbringen. „Die neuen Gebäude sind für uns ein großer Zugewinn“, sagt Oberstleutnant Sven Kästner, der Kommandeur der Schwarzenbörner Jäger. „Jetzt haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um unseren Soldaten eine zeitgemäße Unterkunft zu bieten. Zusätzlich haben wir nun die Möglichkeit, alte Gebäude auf dem Kasernengelände abzureißen und den Ausbau hier in Schwarzenborn weiter voranzutreiben.“ Die Gebäude sind einzigartig in der Bundeswehr, nicht umsonst beschreibt Ministerialdirektorin Barbara Wießalla die Gebäude als „Pilotprojekt“. Wießalla ist Abteilungsleiterin für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen im Bundesministerium der Verteidigung und ergänzt „Wir haben hier 35 Millionen Euro in Unterkunftsgebäude investiert und somit eine zukunftsfähige Infrastruktur für das Jägerbataillon 1 geschaffen.“

Dr. Michael Tegtmeier Abteilungsleiter Infrastruktur Sven Kästner Kommandeur
Dr. Michael Tegtmeier Abteilungsleiter Infrastruktur Sven Kästner Kommandeur © Privat

Was die Gebäude so besonders macht, ist das, was sich in den Wänden befindet: Um Kosten und Zeit zu sparen, entschied man sich für eine Holzbauweise. In der Fabrik wurden Wandelemente vorgefertigt und auf der Baustelle zeitsparend zusammengesetzt.

Stecksystem: So setzen sich die Unterkunftsgebäude in der Holz-Fertigbauweise zusammen. Repro: Sylke Grede
Stecksystem: So setzen sich die Unterkunftsgebäude in der Holz-Fertigbauweise zusammen. Repro: Sylke Grede © Grede, Sylke

Zusätzlich sind sogenannte Raumzellen für den Innenausbau genutzt worden. Die Raumzellen werden im „Lego-Prinzip“ in das Gebäude gesetzt und müssen dann nur noch möbliert werden. Auch das spart Zeit. „Wir haben von der Vorbereitung des Bodens bis zur Fertigstellung nur 20 Monate gebraucht“, sagt Barbara Wießalla. „Und damit soll es nicht getan sein. Nicht nur hier in Schwarzenborn werden weitere Bauprojekte folgen. Auch an anderen Bundeswehrstandorten in Hessen sind Projekte dieser Art geplant.“

Der Kommandeur: „Wir haben jetzt 378 Stuben für unsere unterkunftspflichtigen Soldaten - alle mit eigenem Bad mit Dusche, verbreiterbarem Bett sowie TV und WLAN. Das ist für die Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr ein großer Sprung nach vorne.“

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