30 Jahre im Amt

Neuer Rathauschef in Neukirchen vereidigt: Weggefährten verabschieden Klemens Olbrich

Vorgänger und Nachfolger: Klemens Olbrich liest die Ernennungsurkunde für Marian Knauff vor.
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Vorgänger und Nachfolger: Klemens Olbrich liest die Ernennungsurkunde für Marian Knauff vor.

Am Freitagabend, 20. November, wurde Klemens Olbrich nach 30 Jahren Amtszeit als Bürgermeister von Neukirchen verabschiedet.

Neukirchen – „Klemens Olbrich lag seine Stadt in all den 30 Jahren immer am Herzen. Auf eine sehr feine, nie verletzende, nicht aufbrausende Art hat er immer versucht, alle Beteiligten mitzunehmen, und so darf ein Bürgermeister am Ende seiner Dienstzeit auch nicht zum Freiwild für eine Jagd nach Fehlern werden“, so die Worte Harald Semlers, Hessischer Städte- und Gemeindebund, anlässlich der Verabschiedung von Bürgermeister Klemens Olbrich am Freitagabend, 20. November, in der Großsporthalle der Steinwaldschule.

Im Rahmen einer Stadtverordnetenversammlung wurde Marian Knauff als neuer Bürgermeister Neukirchens vereidigt und Klemens Olbrich aus seinem Amt nach 30 Dienstjahren verabschiedet. Klemens Olbrich habe in seiner 30-jährigen Amtszeit die Demokratie offensiv gegen Angriff von Rechts verteidigt. Jürgen Kaufmann, Erster Kreisbeigeordneter, beschrieb den Wandel des Bürgermeisteramtes vom „Sheriff vergangener Tage“ hin zu einem „Manager interkommunaler Kooperation“, wo Qualitäten wie Führen und Moderieren zugleich gefragt wären. Das Teichunglück werfe nach all den Jahren einen Schatten auf die Amtszeit Olbrichs, doch stünden Bürgermeister und Kommunen hinter ihm und wünschten einen glücklichen Ausgang des Verfahrens.

Als langjähriger Weggefährte bedankte sich Bürgermeister Heinrich Vesper für die stete Hilfsbereitschaft Olbrichs, die sich zu einer tiefen Freundschaft entwickelt habe. „Er ist bescheiden, sympathisch, solide, kein Mann der lauten Töne“, so Vesper, der die Entwicklung des Bahnradweges als größten Meilenstein der Olbrich-Ära betonte. Der verlorene Bürgerentscheid zur Rathausplatzentwicklung gehöre zu den Tiefen der Olbrich-Amtszeit, die am Ende dem Nachfolger Marian Knauff aber ein „gut bestelltes Feld“ überlasse.

Vorgänger und Nachfolger: Klemens Olbrich liest die Ernennungsurkunde für Marian Knauff vor.

„Das Amt hat mir immer wieder Freude bereitet. Ich sage Danke für viele schöne und bewegte Jahre. Ich fühlte mich stets als ein Moderator und eben nicht als ein Basta-Politiker“, sagte Olbrich in seiner Abschiedsrede, wo er allen Bürgern und Weggefährten Neukirchens, seinen Mitarbeitern, mitwirkenden Verbänden, Vereinen, Einrichtungen, Firmen, Ehrenamtlern, Kirchengemeinden und nicht zuletzt seiner Familie für die lange Unterstützung und das Miteinander dankte.

Marian Knauff, nahm bereits 1990 im Rahmen eines Schulpraktikums für ein Erinnerungsfoto im Sessel des Bürgermeisters vor der Rathaustür Platz und konnte damals wohl selbst kaum ahnen, dass er einmal diesen Stuhl einnehmen wird. „Für mich ist der Bürgermeisterstuhl der schönste Platz Neukirchens“, sagte der langjährige Stadtkämmerer in seiner Antrittsrede. „Meine Tür steht offen. Ich möchte offen, transparent arbeiten und gemeinsam faire und sachlich gute Lösungen für Neukirchen finden“, so Knauff. „Schwälmer Bürgermeister haben das Amt über und nicht unter sich“, betonte der Erste Stadtrat Gerd Höfer. Man wünschte dem Neuen im Amt Stärke, Nerven und ein gutes Gespür für Entscheidungen, denn schließlich gelte es, dem Vertrauensvorschuss der 95-prozentigen Zustimmung gerecht zu werden.

Aus Berlin angereist war Bundestagsabgeordneter Dr. Edgar Franke, der zum einen die beachtliche Leistung von fünf erfüllten Legislaturperioden betonte, zum anderen aber auch davor warnte, dass sich die derzeitige Pandemie-Krise nicht zur Demokratie-Krise entwickeln dürfe. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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