Die Iranerin Dr. Naeimeh Daneshkhah bildet sich in der Hephata-Klinik weiter

Neugierig auf die Schwalm

Knüpfte bereits viele Kontakte: Die iranische Ärztin Dr. Naeimeh Daneshkhah (29) arbeitet seit

Treysa. „Nur wer weiß, wohin er fährt, weiß auch, welcher Wind gut ist“ – mit diesen Worten von Philosoph Friedrich Nietzsche beschreibt Dr. Naeimeh Daneshkhah ihren Gedanken an Deutschland. Seit einigen Wochen lebt die 29-jährige Iranerin in der Schwalm, arbeitet als Ärztin in der Hephata-Klinik. „Ich bin mit keinen besonderen Vorstellungen gekommen. In allen Teilen der Welt gibt es alle Arten von Menschen“, sagt die gebürtige Teheranerin.

Nach zehn Vorstellungsgesprächen in anderen Kliniken, darunter vielen größeren, hat sich Daneshkhah bewusst für die kleine Klinik in Treysa entschieden. „Deutschland und die USA sind in den Neurowissenschaften führend. In Hephata kann ich psychiatrische und neurologische Verletzungen sehen, das reizt mich.“

Gutes Klima überzeugte

Die enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften und das gute Klima hätte sie letztlich überzeugt. Erst vor eineinhalb Jahren hat Naeimeh Daneshkhah Deutsch gelernt. „Deutsch ist die Sprache der Philosophie. Und die wollte ich gern sprechen und auch lesen können“, erklärt die Ärztin, die im Iran bereits zwei Jahre in einer Notaufnahme und in einer Privatklinik tätig war.

Für Chefarzt Dr. Bernd Schade ist die junge Kollegin eine echte Bereicherung im Team. „Es ist im Haus gute Tradition, junge Ärzte in der Weiterbildung zu unterstützen. Dr. Daneshkhah besitzt die Gabe, offen auf die Menschen zuzugehen. Sie hat sich schon sehr gut eingearbeitet, knüpft schnell Kontakte.“ Die 29-Jährige hat eine klare Definition ihrer Arbeit: „Patienten sind Patienten. Ihre Sorgen, Nöte und Ängste sind gleich, überall auf der Welt.“

„Patienten sind Patienten. Ihre Sorgen, Nöte und Ängste sind gleich, überall auf der Welt“

Dr. Naeimeh Daneshkhah

Derzeit lebt Naeimeh Daneshkhah noch in einem Wohnheim der Diakonie, gerade sucht sie eine eigene Wohnung. In der Schwalm habe sie schnell Menschen kennen gelernt, sogar schon Freunde gefunden.

Gern auf Konzerte

Das habe sie ein wenig überrascht: „Über Deutsche sagen viele, sie seien zurückhaltend. Das habe ich gar nicht so empfunden. Aber ich gehe auch gern raus, besuche Konzerte und Veranstaltungen“, erklärt die 29-Jährige. Natürlich vermisse sie manchmal ihre große Familie im Iran. Vier Jahre wird sich die Ärztin nun weiterbilden.

In ihrer Doktorarbeit widmete sie sich zuvor schon den Themen Schlafmedizin und Psychiatrie. Dann wolle sie ihren Facharzt machen, auch die Forschung sei interessant.

In ihrer Freizeit liebt es die Iranerin, Musik zu machen und zu hören. Sie spielt selbst Gitarre. Leidenschaftlich gern höre sie Klassik, aber auch Jazz oder Heavy Metal. Nachdem Naeimeh Daneshkhah schon ein Musical in Hamburg besucht hat, ist ihr großer Wunsch, zum Metal-Festival nach Wacken zu reisen: „Leider sind die Tickets für diesen Sommer schon ausverkauft“, bedauert die Ärztin.

Dann lacht die 29-Jährige und sagt: „Aber ich bleibe ja eine Weile – vielleicht klappt es im nächsten Jahr.“

Von Sandra Rose

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