Ein Kaufhaus verwandelt sich

Neukirchen: Betrieb im Einkaufszentrum bleibt in Planungsphase zum Ärztehaus bestehen

Der heutige und die früheren Besitzer: Von links Peter Jöckel, Klaus Sauer und Daniel Knauff.
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Der heutige und die früheren Besitzer: Von links Peter Jöckel, Klaus Sauer und Daniel Knauff.

Das Kaufhaus in der Neukirchener Stadtmitte wurde zum Monatsbeginn von der Knüll Immobilien GmbH übernommen.

Neukirchen – An dem Standort wird innerhalb der kommenden drei Jahre ein Ärztehaus entstehen, das zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Stadt Neukirchen und der Südregion des Landkreises beitragen soll (HNA berichtete). Damit ist die Knüll Immobilien GmbH die neue Besitzerin des Komplexes, in dem die Sauer Warenhandels GmbH ihr Kaufhaus betreibt. Daniel Knauff von der Knauff Grundstücksverwaltungs GmbH aus Bad Hersfeld übergab symbolisch die Schlüssel an den Geschäftsführer der Knüll Immobilien GmbH, Peter Jöckel.

Beim Termin anwesend war auch Klaus Sauer, der das Gebäude in den 1970er Jahren erbaut hatte. Jöckel unterstrich im Gespräch mit der HNA, dass Klaus Sauer den Verkauf an die Knüll Immobilien beratend sehr unterstützte. Viele Neukirchener und ihre Nachbarn kennen Sauer und sein Kaufhaus noch gut mit seinem kompletten Angebot an Waren von Lebensmitteln, Hartwaren und Bekleidung.

Laut Jöckel wird der gegenwärtige Geschäftsbetrieb in dem Haus während der Planungsphase wie gewohnt weiterlaufen. Wie lang genau dies dauert und der Abbruch für den Neubau beginnt, könne man noch nicht genau sagen. Es gehe vermutlich um einen Zeitraum von zwölf bis 18 Monaten.

Doch auch das neue Energieeffizienzgebäude an dem Standort werde den Menschen Nahversorgung mit Fleisch-, Wurst- und Backwaren bieten, unterstreicht Jöckel. Dafür solle das Erdgeschoss genutzt werden, eine Ausrichtung zur Fußgängerzone werde auch den Betrieb eines Bistros ermöglichen.

Das ganze Konzept trage dem Strukturwandel Rechnung, der vorwiegend durch den Online-Handel begründet ist und den Markt stark verändert. Größere traditionelle Handelsflächen müssten in zukunftsfähige Nutzungen transferiert werden. Der Bau eines Ärztehauses ergebe mithin doppelt Sinn, so Jöckel. Durch das Vorhaben solle das Leben in der Innenstadt ebenso bewahrt werden wie die medizinische Versorgung der Menschen in der Region.

Wie wichtig das ist, hatte zuvor schon Bürgermeister Marian Knauff unterstrichen. Es dürfe nicht zum Leerstand kommen, während die bestehenden Praxen der bereits älteren Hausärzte am Ort womöglich in einigen Jahren aufgegeben werden. Knauff machte klar, dass die Form des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) künftig am attraktivsten sein wird, für junge Mediziner genauso wie für die Patienten. Auch an das Profil des Kneippheilbades sei zu denken.

Zur Planungsphase gehört ganz zentral auch die Aktivierung von Förderungen für das 4-Millionen-Euro-Projekt. Gespräche laufen, etwa mit dem Landkreis. Der Neubau soll dreigeschossig werden und werde etwas kleiner als das Bestandsgebäude. Der Stadt komme das Projekt sehr zu Pass, so Knauff, der gegen eine weitere Zentralisierung im Mittelzentrum Schwalmstadt, sondern für die Versorgung vor Ort ist. (Anne Quehl)

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