Wasser hatte fünf Grad 

38 Schwimmer gingen am Neujahrstag in Neukirchen baden 

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Ganz schön kalt: Paul und Tanja Koch stiegen im Schwimmbad in Neukirchen in das Becken des Freibads. Paul gehörte zu den jüngsten Schwimmern. 

Neukirchen. "Rettet die Eisbären auf ihrer Rettungsscholle“: Das war die Zielvorgabe beim 19. Eisschwimmen am Neujahrstag im Freibad in Neukirchen. 

38 Mutige hatten sich am Dienstag am Beckenrand eingefunden, um gemeinsam unter den Blicken fröstelnder und Respekt zollender Zuschauer im fünf Grad kalten Schwimmbecken einzutauchen. „Wir machen das gerne. Es härtet ab und ist immer eine Herausforderung. Das macht nicht jeder“, so die Freundinnen Finja Hertel, Emma Fröhlich, Malin-Katherine Hahn und Lotta-Lena Hahn. 

Die vier Mädchen trainierten seit den Herbstferien wöchentlich mit der LTV-Schwimmabteilung das Schwimmen durchs kalte Freibadbecken, bevor sich das reguläre Schwimmtraining für sie anschloss. „Keines der Kinder hat einen Schnupfen vom Eisbaden davongetragen. Im Gegenteil: Das Training härtet ab. Viele Eltern berichten von einer hohen Widerstandskraft ihrer Kinder“, so Schwimmtrainer Horst Möller.

Eisbaden ist eine Kopfsache

Das Eisbaden sei stets eine freiwillige Angelegenheit, doch der sich anschließende Wohlfühlmoment im warmen Wasser des Hallenbades sei extrem motivierend. „Eisbaden ist eine Kopfsache und stärkt die Willenskraft“, so Horst Möller. „Die erste Bahn ist einfach immer die Schlimmste“, so die jungen Schwimmerinnen, die zum Teil drei Bahnen im kalten Wasser schwammen, um einen der auf der Rettungsscholle treibenden Eisbären zu retten. 

Nach diesen Strapazen hatten sich die Neujahrsschwimmer ihren Wohlfühlmoment im Hallenbad verdient und so flüchteten die Abgekühlten nach dem Ausstieg in Handtücher gewickelt schnellen Schrittes dem Warmen entgegen.

Dem siebenjährige Paul, der mit der gleichaltrigen Lenya Günther zu den jüngsten Neujahrsschwimmern gehörte, war es nach seinem Badegang an Mamas Seite im Freien erst mal gar nicht kalt. „Hier draußen ist es jetzt doch schon schön warm“, sagte Paul, der im Wasser schon alle Zähne zusammenbeißen musste, um die Strecke zu bewältigen.

Teilnehmerin aus Bayern 

Waldemar Axt war mit 65 Jahren der älteste Neujahrsschwimmer, auch er konnte einen Eisbären nach drei geschwommenen Bahnen von der Rettungsscholle evakuieren. Die weiteste Anreise zum Neujahrsschwimmen legten ein Mann aus Fulda und ein Mädchen aus dem bayrischen Stublang zurück.

Schwimmtrainerin Dr. Birgit de Taillez berichtete vom neu angeschafften Wickeltisch und Fenstertausch im Hallenbad im vergangenen Jahr und gab die Volleyballanlage als Restaurierungsprojekt für das Jahr 2019 bekannt. Eine singende Entenspardose durfte somit von Zuschauern und Schwimmern gefüllt werden. 2020 soll das Neujahrsschwimmen zum 20. Mal stattfinden. „Ein kleines Jubiläum für uns“, so Horst Möller.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer 

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