Als noch die Glocken alarmierten - Feuerwehr Neukirchen feiert Geburtstag

Geschichte im Blick: Für die Vorbereitung des Festkommers sichteten Reinhard Götz (von links), Tobias Lahr und Robin Schlemmer alte Unterlagen. Foto: Matthias Haaß

Auf eine 140-jährige Geschichte kann die Feuerwehr Neukirchen zurückblicken. Am Wochenende wird nicht nur gefeiert, sondern auch die neue Drehleiter offiziell in Dienst gestellt.

Das Gründungsdatum datieren die Brandschützer auf den 30. November 1879. Damals hatten sich 29 Mitglieder unter der Leitung von Feuerwehrführer Heinrich Treßelt vor dem Rathaus versammelt. Die Mitgliedschaft war ab 17 Jahren gegen zwei Mark Eintritt möglich.

Als Löschgerät stand den Wehrleuten anfangs eine Spritze der ehemaligen Turnerfeuerwehr zur Verfügung. 1879 folgte eine vierrädrige Druckspritze mit Holzachse.

Funkmeldeempfänger oder Sirenen waren damals noch Zukunftsmusik. Die Alarmierung sei durch das Läuten der Kirchenglocken erfolgt, heißt es in einer Chronik der Brandschützer.

Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft gab es auch für die Feuerwehr Neukirchen einschneidende Veränderungen. Die Pflichtfeuerwehr wird abgeschafft und die Feuerwehr zur Feuerlöschpolizei. 1939 bekommen die Neukirchener Brandschützer eine Motorspritze, eine Beschaffung, die die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Wehr stark verbesserte. Da ab 1939 viele Männer in den Krieg ziehen müssen, wird der Brandschutz in der Stadt in den Kriegsjahren laut Chronik überwiegend von Jugendlichen und Frauen sichergestellt.

Drei Jahre nach Kriegsende, am 18. April 1948, liegt der Schutz der Neukirchener wieder in den Händen einer Feuerwehr.

1953 konnten die Brandschützer ihr erstes Feuerwehrfahrzeug, ein LF 8, in Dienst stellen. Bis dahin habe man den Tragkraftspritzenanhänger mit zivilen Lkw gezogen, erzählt der ehemalige Vorsitzende und Wehrführer Reinhard Götz schmunzelnd. Heute verfügen die Neukirchner Brandschützer über einen stattlichen Fuhrpark mit fünf Fahrtzeugen, darunter eine moderne Drehleiter.

Die 1969 gegründeten Jugendfeuerwehr kann in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern und hat zur Zeit 22 Mitglieder. Die Kinderfeuerwehr zähle 35 Köpfe, freut sich Wehrführer Robin Schlemmer. Nachwuchsarbeit dies sich auszahlt: Dieses Jahr wechselten drei Jugendliche zu den Aktiven und auch drei Quereinsteiger fanden den Weg in die Wehr.

Seit 2019 führt der 24-jährige Schlemmer mit seinen Stellvertreter Tobias Lahr die Geschicke der 50 Mann starken Feuerwehr.

Egal ob jung oder alt, man habe ein gutes kameradschaftliches Verhältnis in der Mannschaft, sagt der Wehrführer zufrieden.

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