Projekt mit Brutkasten

Artenschutz: Neukirchener Familie zieht Rebhühner auf

Die Zahl der Tiere sinkt seit Jahren: Daniel und Martin Hennighausen (von links) bei der Auswilderung der Rebhühner. Sie hoffen, dass sich dadurch die Bestände langfristig wieder stabilisieren. Fotos: 2 privat/ 1 Haaß 

Neukirchen. Dass Jagd mehr ist, als nur mit einem Gewehr auf dem Hochsitz zu sitzen, beweist Familie Hennighausen. Die Neukirchener haben sich dem Schutz des Rebhuhns verschrieben.

Neben dem Erlegen von Wild sei die Hege und Pflege ein wesentlicher Bestandteil des Waidwerks, erklärt Klaus Hennighausen. Er wird dabei von seinen Söhnen Daniel und Martin unterstützt.

So war es den beiden jungen Männern nach bestandener Jagdprüfung ein Anliegen, ein Naturschutzprojekt zum Erhalt von Rebhühnern zu starten. Mit Sorge habe er den Rückgang der Vögel in den letzten Jahren miterleben müssen, sagt Klaus Hennighausen: "In der Hoffnung die Bestände stabilisieren zu können, haben wir ab 1990 auf die Jagd verzichtet."

Weil die Zahl der Tiere trotz eingeleiteter Maßnahmen weiter sank – in jüngster Zeit macht auch der Waschbär den Vögeln zu schaffen – beschloss die Familie, aktiv zu werden. Anfang 2017 setzten die Jäger ihre Idee in die Tat um. Für den Bodenbrüter wurden mit einer speziellen Saatmischung nicht nur Wildäcker angelegt, sondern auch eine Brutmaschine und allerlei Zubehör gekauft. Insgesamt investierte die Familie in das Vorhaben einen gut vierstelligen Betrag. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch den Verein "Unser Riebelsdorf". Neukirchens Hegegemeinschaft beteiligte sich an den Kosten für das Saatgut.

Die Rebhühner seien von einer Wildfasanerie aus dem Münsterland, erzählt der 23-jährige Daniel Hennighausen: "Das war für uns eine Qualitätsfrage. Wir wollten mit unseren Mitteln die bestmöglichen Erfolge erzielen."

Ende Mai wurden die Eier bei 45 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit und 37,8 Grad Lufttemperatur in den Brutkasten gelegt und engmaschig überwacht. "Nach zweiundzwanzig Tagen sind die ersten Tiere geschlüpft", sagt der Jungjäger. Aus 50 von der Fasanerie gelieferten Eiern schlüpften 17 Rebhühner, davon überlebten zwölf. Was für den Laien auf den ersten Blick nach einer schlechten Quote aussieht, ist in den Augen von Familie Hennighausen ein Erfolg. Bei Rebhühnern sei die Zucht generell sehr schwierig.

Nach dem Brutkasten lebten die Tiere zunächst im Wohnhaus und später in einer großen Voliere im Garten. Die Rebhühner bekamen ein Spezialfutter und ab und zu musste auch beim Füttern nachgeholfen werden. "Es war wie bei kleinen Kindern", erinnert sich Hennighausen. Mitte Oktober wurden acht Rebhühner im Revier des 54-Jährigen bei Riebelsdorf ausgewildert. Da das Projekt langfristig angelegt ist, möchten die Waidmänner darüber hinaus mit zwei Vogelpaaren ein Zuchtprogramm starten. Ziel sei es, Jahr für Jahr Tiere in die freie Natur zu entlassen.

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