Plan ist geplatzt

Aus dem Aldimarkt in Neukirchen wird doch kein neuer Feuerwehrstützpunkt

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Abriss des Aldimarktes, der erst neun Jahre alt ist: An dieser Stelle am Stadtrand will Aldi noch vor Weihnachten einen nagelneuen Markt eröffnen. Der Vorschlag der FDP zur Umnutzung als Feuerwehrhaus ist passé.

„Feuerwehr soll bei Aldi einziehen“, so titelte unsere Zeitung im März. Dass daraus nichts wird, ist inzwischen für jeden sichtbar: Der Supermarkt wird abgerissen.

Das erst 2010 errichtete Marktgebäude am westlichen Ortseingang Neukirchens befindet sich im Abriss, der Verkauf geht weiter im einstigen Gebäude in der Birkenallee.

Doch warum ist der ungewöhnliche aber doch reizvolle Vorschlag der FDP-Fraktion nicht verwirklicht worden? Immerhin hatte es Ende März im Stadtparlament viele Stimmen dafür gegeben, ganz schnell mit Aldi zu sprechen und zu prüfen, ob das angrenzende Grundstück für den Discounter zu haben gewesen wäre.

Es wurde viel gerechnet

In der Stadtverwaltung wurde dann gerechnet, zahlreiche Posten vom Schätzpreis für den Erwerb des Tauschgrundstücks für den neuen Markt bis hin zur kompletten Erschließung dieses 7000-Quadratmeter-Areals und allen Planungs- und Bodenvorbereitungskosten stand unter dem Strich eine Summe von über 1 Millionen Euro. Dazu wäre der Kaufpreisbetrag an Aldi gekommen. Der Konzern hätte zudem vermutlich eine Summe X für den entgangenen Gewinn gefordert, da die Vergrößerung der Verkaufsfläche sich verzögert hätte.

Die Zielvorgaben des Lebensmittelriesen lauten, noch vor Weihnachten auf größerer Fläche zu eröffnen. Der Konzern ist offensichtlich dabei, seine Handelsstrategie Richtung mehr Einkaufskomfort und attraktivere Warenpräsentation unter Hochdruck voranzutreiben.

Allerdings geht aus den Erläuterungen aus dem Rathaus auch hervor, dass „das vorhandene Aldi-Gebäude ist nur bedingt für ein Feuerwehrgerätehaus nutzbar“ sei, wegen der Höhenvorgaben für die Tore hätte „die gesamte Dachkonstruktion aufgenommen und die vorhandenen Stahlbetonstützen verlängert bzw. ersetzt werden müssen“.

FDP ist enttäuscht

Wie Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich gestern auf HNA-Nachfrage erläuterte, gehe es derzeit um eine Gesamtkonzeption dessen, was für das Feuerwehrwesen in den kommenden Jahren notwendig ist, Handlungsbedarf bestehe an fünf Punkten.

Enttäuscht zeigt sich Carsten Klee (FDP). Seine Fraktion sei der Ansicht, dass letztlich eine Chance vertan wurde, günstig an ein neues Feuerwehrhaus zu kommen, eine technisch und architektonisch ansprechende Lösung hätte es gegeben, so Klee. Seitens der Stadt hätte man alles vermutlich zeitiger angehen müssen. Der Bezug eines neuen Hauses in Neukirchen sei unvermeidlich, das werde enorm teuer. Allerdings wäre die Lage an der östlichen Seite wohl verkehrsstrategisch besser.

Feuerwehrhäuser sind Millionenprojekte

Mit Blick auf veränderte Normen und immer größer werdende Einsatzfahrzeuge ist der Bedarf für ein neues Feuerwehrhaus in Neukirchen mittelfristig vorhanden. Bereits die neue Drehleiter konnte nur nach Umbauarbeiten am alten Standort untergebacht werden. 

Trotz Förderung durch das Land Hessen ist der Bau eines Feuerwehrhauses teuer. In das 2018 fertiggestellte Feuerwehrhaus investierte die Stadt Gudensberg beispielsweise rund 5,5 Millionen Euro.

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