Spiel mit Farben und Schatten

Blütenpracht in Hauptschwenda inspiriert Malergruppe

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Alte Bekannte: Erika Schneider (von links) hat den Malkurs von Ulrike Schulte in ihre Gärten eingeladen.

Dieser Tage schlendert eine Gruppe Maler durch Hauptschwenda und lässt sich von den Gärten der ortsansässigen Erika Schneider inspirieren.

Sie sitzen in einem Blütenmeer aus pink, blau, gelb und weiß. Pinsel in der Hand, Papier auf dem Schoß blicken sie verträumt in Blumenbeete und konzentriert aufs Blatt.

Vier Gärten pflegt die Rentnerin. In jedem von ihnen ist ein wahres Insektenparadies entstanden. Viele Stunden investiert sie in deren Pflege. Seit 1991 besucht Schneider Kurse von Ulrike Schulte.

Die 60-jährige Bremerin bietet mehrmals im Jahr Mal- und Zeichenkurse in Willingshausen an. Meist finden sie im Atelier mit Bildvorlagen statt, doch bei dem schönen Wetter hat Erika Schneider die 16 Teilnehmer dieser Woche zu sich eingeladen.

Marianne Kilian (72) aus Neukirchen und Erna Göttl (69) aus Merzhausen im Taunus haben es sich beim Malen unter Sonnenschirmen bequem gemacht.

Das Schwierige am Malen in der Natur sei, sich für ein Motiv aus dem Überfluss an Eindrücken zu entscheiden, sagt Schulte, die von ihren Schülern ein T-Shirt mit der Aufschrift „Malaufsicht“ erhalten hat. „Je mehr man sich beschränkt, umso besser wird das Bild.“

Die Schüler bringen ihr eigenes Material mit und erhalten während des Kurses Anleitung in der Technik ihrer Wahl. Jedes Jahr steht unter einem Motto, dieses Mal lautet es „Figurprobleme“. In der Natur seien das zum Beispiel die Vielfalt an Blattformen, oder Farbe und Schatten in eine überzeugende Bildsprache zu übersetzen.

Ulrike Schulte (rechts) leitet den Kurs in den Gärten von Erika Schneider.

Unter denen, die sich dieser Herausforderung stellen, ist auch Michael Marx. Er ist mit seiner Frau Dorothee aus dem Taunus angereist. Während er malen lernt, macht sie Urlaub in der Schwalm und gesellt sich hin und wieder zu den Künstlerschülern. Der 60-Jährige malt erst seit ein paar Jahren. Ihm gefalle, dass im Kurs Platz für Künstler aller Könnensstufen sei. „Jeder lernt von jedem“, stimmt Illa Steil aus Münster zu. Die Gärten seien ein Glücksfall für die Gruppe. „So naturnah, interessant und abwechslungsreich. Schöner kann man einen Garten gar nicht machen.“

Auch Hans-Joachim Rücker aus Augsburg hat ein Plätzchen gefunden. Er nimmt bereits zum 17. Mal den Unterricht von Ulrike Schulte wahr. „Malen befreit“, sagt der 83-Jährige. Wenn er malt, blende er alles andere aus und finde zu Ruhe.

Hans-Joachim Rücker (83) aus Augsburg hat sich in einen ruhigen Garten zurückgezogen. 

Erika Schneider ist glücklich über ihre Besucher: „Mir ist es wichtig, in Gemeinschaft zu malen.“ Die hat sie gefunden.

Info:In den Kursen in der nächsten Woche sowie im November und März sind noch wenige Plätze frei. Weitere Infos unter ulrike-schulte.de.

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