Kleine Landschaft im Topf

Blumen und Pflanzen im Frühjahr: Gärtnermeister gibt Tipps

+
Wurzeln und Moos als Gestaltungselement: Zwischen bunten Frühblühern ragen Naturmaterialien hervor. Trend ist, kleine Landschaften im Topf oder Kübel zu arrangieren.

Neukirchen. Der Frühling naht und damit auch der Zeitpunkt, sich über Blumen und Pflanzen Gedanken zu machen. Ein Experte gibt Tipps für Pflanzen im Frühjahr. 

Bernd Bangert, Gärtner- und Floristmeister im Ruhestand, kümmert sich seit vielen Jahren darum, dass es in Neukirchen grünt und blüht. 600 bis 700 Stunden wendet er dafür pro Jahr auf. 

Der 76-Jährige hat mit den Kübeln und Beeten in der Knüllstadt alle Hände voll zu tun: Er schneidet, pflanzt, düngt, pflegt und wässert. Besonders freut sich Bangert immer auf das Frühjahr. „Nach dem Winter geht einem bei bunten Blumen doch das Herz auf“, sagt er.

Die Begeisterung für die Flora gibt er gerne weiter. Besonders jetzt, zur Pflanzzeit, sind Bangerts Tipps für die Hege und Pflege gefragt: „Gärtnern ist total angesagt“, freut sich der Neukirchener.

Englischer Landschaftsgarten im Trend

An den aktuellen Trends orientiert sich Bangert zwar, bei der Bepflanzung im Knüll legt der 76-Jährige jedoch eher Wert darauf, dass es möglichst viele Menschen anspricht. 

„Während man sich früher eher vom Barockgarten mit seinen weit verteilten Blumen inspirieren ließ, steht heute der englische Landschaftsgarten Pate für die Bepflanzung“, erklärt er. Farben und Sorten fasse man enger zusammen, man schaffe kleine Inseln.

Kombination der Grundfarben rot, gelb und blau

Um den Eindruck einer Landschaft zu erwecken, verwendet Bangert gern Naturmaterialien wie Moos, Äste, Steine und Wurzeln. Er empfiehlt bei den Blütenfarben eine Kombination der drei Grundfarben: rot, gelb und blau. 

Primeln, Narzissen, Stiefmütterchen oder Hornveilchen passen sowohl in Beete als auch in Kübel. „Kübel sollten im Boden immer Löcher haben, sonst bildet sich Staunässe. Den Pflanzen mangelt es dann an Sauerstoff, sie ersticken.“

Robust: Stiefmütterchen gehören zur Gattung der Veilchen und gelten als wenig anspruchsvoll in der Pflege.

Frost in der Nacht bedenken

Zu bedenken sei, dass es bis zu den Eisheiligen – in diesem Jahr vom 11. bis 15. Mai – noch nächtlichen Frost geben könne, erläutert der Gärtnermeister. Vermeintliche Frostschäden an Büschen und Sträuchern gebe es in hiesigen Breiten übrigens nicht: „Sie sind nicht erfroren, sondern vertrocknet“, verdeutlicht Bangert. 

Wer solche Schäden entdecke, habe im Herbst und Winter versäumt, die Büsche regelmäßig zu gießen. Wer Flächen im Freiland vorbereiten möchte, der sollte jetzt Blumenzwiebeln wie Dahlien und Gladiolen in die Erde bringen.

Besser: Teure Erde und günstige Pflanzen

In Sachen Erde empfiehlt der Neukirchener, nicht zu sehr auf den Cent zu schauen: „Lieber teurere Erde und etwas günstigere Pflanzen kaufen. Darin klappt dann auch das Anwachsen gut.“ 

Wer Rosen im Garten hat, sollte jetzt zur Schere greifen: „Wenn die Forsythien blühen, kann man auch die Rosen schneiden“, sagt Bangert. „Alte Triebe entfernen, grüne Zweige großzügig runterschneiden.“ Wer noch weitere Tipps beim Gießen beachte, könne sich bald über üppige Blüten freuen.

Hegt und pflegt 2500 Blumen: Bernd Bangert kümmert sich seit vielen Jahren um die Bepflanzung in der Knüllstadt Neukirchen. Als gelernter Gärtnermeister kennt er sich damit bestens aus. 

Stichwort: Düngen

Pflanzen brauchen für ihren Stoff- und Energiewechsel Licht, Wasser, Luft, Wärme und Nährstoffe. Diese werden in Pflanzenmasse umgewandelt. Dabei richtet sich die Pflanze beim Wachstum und beim Blühen nach dem Stoff, der ihr in geringster Menge zur Verfügung steht. Als Nährstoffe gelten Humus, Zersetzungsprodukte und Mineraldünger. 

Flüssig- und Mineraldünger enthalten die wichtigen Komponenten Stickstoff (N), Phosporsäure (P) und Kali (K), kurz NPK. Als organische Langzeitdünger eignen sich Hornspäne und Gülle. 

„Diesen Dünger muss die Pflanze umwandeln, um ihn aufnehmen zu können“, erklärt Bangert. Stickstoff braucht die Pflanze zum Wachsen, Phosphorsäure zum Blühen, Kali sorgt für Stabilität. „Wichtig ist, nach jedem Düngen mit Wasser nachzugießen“, rät der Gärtnermeister.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.