Ein offenes Haus im Knüll 

EC-Jugendzentrum in Neukirchen öffnete vor 40 Jahren seine Türen 

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Lage oberhalb der Stadt Neukirchen: Nachdem die Geschäftsstelle des Landesverbandes in Kleinenglis in den 1960er-Jahren zu eng wurde, entschied sich der Landesverband für den Neubau eines Freizeitheims im Knüll.

Neukirchen. Vor etwa 50 Jahren entstand die Idee, ein EC-Jugendzentrum in Neukirchen zu bauen. Am 2. April 1977 startete der Gästebetrieb im sogenannten Knüll House. Das war vor 40 Jahren. Bis heute hat das Haus 600 000 Übernachtungen gezählt.

Die Seele eines Hauses wird durch Beziehung, Freundlichkeit, Respekt und Achtung geprägt – dessen sind sich Reinhard und Heike Engel sicher. Das Ehepaar leitet seit 2005 das Knüll House in Neukirchen. Das EC-Jugendzentrum öffnete vor 40 Jahren seine Türen für Gäste. Bis heute zählt das Knüll House 600 000 Übernachtungen.

Die Anfänge 

Der Evangelische Gemeinschaftsverband Hessen-Nassau (EGHN) besaß ein bebautes Grundstück in Kleinenglis, das er ab 1950 dem EC-Landesjugendverband (ECHN) zur Verfügung stellte. Es diente als Wohnung des Landesjugendreferenten, als Geschäftsstelle und als Freizeitheim für Selbstversorger. Mit seinen anfänglich 30 Plätzen, die später bis auf 15 Betten reduziert wurden, beherbergte das Haus 25 Jahre lang Jugendgruppen.

Das Bauvorhaben 

Ende der 1960er-Jahre stieg die Nachfrage nach Freizeithäusern, der Verband erwarb ein Grundstück am Rande Neukirchens. Der Landesverband scheiterte aber trotz Klage schon mit der Bauvoranfrage wegen angeblicher Waldbrandgefahr. In Wahrheit waren wohl die Jagdpächter gegen ein Jugendheim. Der Verband kaufte ein nahe liegendes Ackerstück – im Tausch erhielt der Besitzer, ein Landwirt, ein besseres Wiesengrundstück. Später konnten weitere Flächen für Sport- und Zeltplatz vom Forst hinzugekauft werden. Familie Ströhler schenkte Flächen hinzu, sodass das sich das Gelände auf heute rund 30 000 Quadratmeter erweiterte.

Die Fertigstellung 

1977 wurde das Jugendzentrum EC-Freizeitheim fertiggestellt und der Gästebetrieb aufgenommen. Die Anlage sollte mit einem Wirtschaftstrakt erweitert werden. Dazu gehörten großer und kleiner Saal, großer Speiseraum, Großküche sowie Mitarbeiterwohnungen. Aber die Finanzierung von 1,5 Millionen Mark war nicht geklärt. Eine überraschende Erbschaft machte den Weg frei. Das Land Hessen förderte das Projekt zu 50 Prozent. Mit großer Motivation und viel Engagement gelang der Anbau: „Am Ende waren 50 000 ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammen gekommen“, erklärt Engel. 1981 wurde der Erweiterungsbau mit 120 Betten eingeweiht. Mehr als 1500 Gästen kamen zur Feier. Einige Jahre später wurde noch ein Sportplatz angelegt.

Die Leitung 

Mit der Fertigstellung des EC-Freizeitheims zog die Hausleitung in die Dienstwohnung um. 2002 erhielt das Heim den Namen Knüll House. Bis zum Ruhestand 2005 leitete das Ehepaar Göhlmann das Haus. Im Mai 2005 übernahm das Ehepaar Engel die Leitung. Seitdem wurde stetig weiter modernisiert. Auch virtuell präsentiert sich das Haus seit 2016 auf einer neu gestalteten Internetseite. Im selben Jahr entstand das Logo: „Augenblicke der Freundschaft“. Reinhard und Heike Engel erklären: „„Das wollen wir hier im Haus leben und erleben.“

120 Gruppen im Jahr 

Im Schnitt zählt das Knüll House seit mehr als 10 Jahren 16 000 Übernachtungen bei über 120 Gruppen jährlich. „Damit sind wir auch an unseren Grenzen angekommen“, erklärt Engel. Mehr Übernachtungen wären vorrangig nur über zusätzliche Gruppenräume möglich. „Im Jahre 2017 werden wir voraussichtlich die Rekordmarke von 18 000 Übernachtungen erreichen.“ Insgesamt kostete die 30 000 Quadratmeter große Anlage inklusive Eigenleistung 4,5 Mio. D-Mark. Visionen für die Zukunft gebe es, sagt der Hausleiter: „Vieles hängt an der Finanzierung. Wir prüfen, was unser Weg und was möglich ist.“

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