Ehemalige Reha-Klinik wirft Fragen auf

Erstaufnahme in Neukirchen: Bürgermeister kritisiert Informationspolitik

+
In der ehemaligen Reha-Klinik im Urbachtal sollen bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden, übergangsweise werden dort Leichtbauhallen errichtet.

Neukirchen. In Neukirchen wächst Unmut: Es gibt viele Fragen im Zusammenhang mit der künftigen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Reha-Klinik im Urbachtal.

Die Stadt fühle sich vom Land übergangen, kritisiert Bürgermeister Klemens Olbrich die Informationspolitik.

„Das gesamte Projekt der Reaktivierung der Klinik wird nur dann realisiert werden, wenn alle steuerlichen Fragen geklärt sind“, heißt es aus dem Finanzministerium auf Anfrage der HNA. Denn insbesondere fragten sich die Neukirchener, ob das Land den Umstand berücksichtige, dass der niederländische Eigentümer des Areals seinen Eigentumsverpflichtungen gegenüber der Stadt Neukirchen nicht nachkomme. Seitens der Stadt bestehen seit 2007 Forderungen in Höhe von 380.000 Euro gegenüber dem Eigentümer.

Auch hegt die Stadt Vorbehalte bezüglich der Erdarbeiten auf dem Areal, das sich laut Olbrich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet. „Es scheinen Tabubrüche rechtlicher Art möglich zu sein“, meint Olbrich. Auf dem Außengelände der früheren Klinik wurde das Gelände provisorisch hergerichtet, um winterfeste Leichtbauhallen aufzubauen, bestätigt das Ministerium. Dafür sei immerhin Erde in einer Tiefe bis zu 5,80 Metern abgetragen worden, beobachteten Neukirchener. Aus Sicht des Finanzministeriums geht das rechtlich in Ordnung: In beschleunigten, aber dennoch geordneten Verfahren sollen die vertraglichen, bauordnungsrechtlichen und vor allem bautechnischen Voraussetzungen geschaffen werden, um künftig bis zu 1000 Menschen in der Erstaufnahme beherbergen zu können, so das Ministerium. Auch für die fehlende Trinkwasserversorgung sieht die Behörde eine Lösung: Es soll nicht der vorhandene Brunnen, der die Reha Klinik versorgte, reaktiviert werden. Auf Vorschlag der Stadt werde das Gelände künftig an die kommunale Wasserversorgung angeschlossen.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.