Eisbaden wie im Bilderbuch

Eisbaden in Neukirchen: Organisatoren hören nach 20 Jahren auf

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Eisbaden des LTV Neukirchen: Über 40 Kinder, Frauen und Männer trauten sich.

Eine bis zu sechs Zentimeter dicke Eisschicht hatte sich pünktlich zum Jubiläumseisbaden am Neujahrstag über die Wasserfläche des Freibades gelegt.

Die knuffigen Plüscheisbären, die als Trophäen auf mutige Eisbader warteten, tummelten sich somit auf echten Eisschollen, nicht wie in vielen vergangenen Jahren auf Styroporplatten.

Schon am Silvestertag hatten sich Helfer daran gemacht, die dicke Eisschicht aufzuhacken und zu lösen. Noch bis kurz vor dem Start wateten Dr. Birgit de Taillez und Horst Möller in Wathosen durch das eiskalte Wasser, um Eisschollen von der Schwimmerbahn zu vertreiben. „Es friert im Nu wieder zu“, so die Helfer, die vom Rand aus mit ihren Eishacken das Wasser in Bewegung hielten, um zumindest für die Minuten des Eisbadens die Schwimmbahn offen zu halten.

Eisbaden mit der ganzen Familie

Der fünfjährige Henning Naske war erstmals mit seinem neunjährigen Bruder Paul und seiner Mama Petra zum Eisbaden angetreten. Noch in der Silvesternacht übte die Familie mit Eiswürfeln auf dem Balkon. „Die Kinder haben sich in Unterwäsche mit Eiswürfeln abgerieben, um ein Gefühl für die Kälte zu bekommen“, so die Mutter, die in früheren Jahren öfters am Neujahrsspektakel teilgenommen hatte. Die 14-jährige Josephine Schaub traute sich zum zweiten Mal. „Ich bin gar nicht mehr krank. Dabei lag ich früher über viele Wochen krank im Bett“, so die 14-Jährige. Selbst ihre Kardio- und Pneumologen staunten über die Immunsystemstabilisierung. „Sie war immer lungenschwach und kränklich. Mit dem Eisbadtraining ist sie viel widerstandsfähiger“, freute sich ihre Mutter, die mit einem wärmenden Bademantel auf sie wartete. „Ich will eine Urkunde haben“, sagte Eric Langhammer selbstbewusst, der als Siebenjähriger mit seiner Schwimmgruppe regelmäßig fürs Eisbaden geübt hatte.

Letztes Eisbaden für Organisatoren De Taillez und Möller

Zum letzten Mal begrüßten Dr. Birgit de Taillez und Horst Möller für den LTV Neukirchen vom Sprungturm aus die zahlreichen Schaulustigen und die 43 Eisbader. Für beide soll es die letzte Neujahrsansprache gewesen sein, die sie in 20 Jahren ehrenamtlicher Arbeit hielten, sie wollen die Leitung weitergeben.

In Wathosen gegen die Eisbildung: Horst Möller (rechts) un d Dr. Birgit de Taillez bei der Vorbereitung.

Sie nannten bedenkliche Werte, so werden jährlich durchschnittlich 80 Schwimmbäder geschlossen, es könnten fast 60 Prozent der Zehnjährigen laut DLRG nicht mehr sicher schwimmen. 25 Prozent der Grundschüler hätten keinen Zugang mehr zu einem Bad. „Wir aber schwimmen noch!“, freuten sich de Taillez und Möller, die hoffen, dass die künftig Verantwortlichen auf städtischer Seite die jahrelange Arbeit des Aquafitvorstandes honorieren und die Schwimmbegeisterung weiterhin gefördert wird. Ab diesem Jahr ist die Stadt wieder vollständig für die beiden Bäder verantwortlich. Beide dankten den zahlreichen Helfern über 20 Jahre, allen voran dem Aquafitvorstand mit Margit Stein, Erwin Ziegler und stellvertretend für alle Rettungsschwimmer Alraune Tegel. Mit den Spendeneinnahmen des Eisbadens waren zahlreiche Anschaffungen für die Bäder getätigt worden.

VON REGINA ZIEGLER-DÖRHÖFER

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