Ewald Dilling ist seit 54 Jahren Chorleiter mit Leib und Seele

Ende einer Karriere: Im Juli feiert Ewald Dilling aus Neukirchen seinen 80. Geburtstag. Dann wird er seine 54-jährige Chorleitertätigkeit beenden. Foto: Rose

Neukirchen. Das Leben wäre ärmer ohne Musik - das steht für Ewald Dilling aus Neukirchen fest. Die Region wäre auch ärmer ohne den engagierten Chorleiter.

Und das steht für seine Sänger fest. Seit 54 Jahren hält der gebürtige Eschweger, der durch seinen Beruf als Lehrer zunächst ins Gilserberger Hochland, dann in den Knüll kam, den Taktstock in Händen. Im Juli wird er ihn abgeben.

„Dann falle ich nicht in ein Loch“, sagt Dilling, der mit seiner Frau das große Hobby Musik teilt.

An die Anfänge im Hochland kann sich der der pensionierte Pädagoge gut erinnern. 1960 kam er 24-jährig als Dorfschullehrer nach Sebbeterode. Mit Frau und Kind. Und wurde mehr als herzlich empfangen. „Ruckzuck“ gründete Dilling den ersten Chor, dem 40 Menschen ihre Stimme verliehen. Kurz darauf entstand ein Singkreis für Frauen.

Schulrat Vonholdt sorgte sich um Dillings Unerfahrenheit, wurde aber schnell eines Besseren belehrt: „Wir hatten eine tolle Zeit in Sebbeterode“, erinnern sich Dillings. Vonholdt war es, der den Lehrer 1967 nach Neukirchen versetzte. Und ihm alsbald das Amt des Leiters des Kirchenchores übertrug.

Kaum hatte Dilling den Taktstock in der Hand, wartete die nächste Herausforderung: der Männerchor. „Ich habe mich breit schlagen lassen, aber Bedingungen gestellt“, erzählt er. „Abgeschafft wurde das Rauchen und Trinken und das Singen wurde auf montags verschoben.“ Bis 2006 freute sich Dilling über die „ gute Atmosphäre“ im Chor, dann löste sich die Gruppe altersbedingt auf.

Ab 1997 - da ging Dilling in Ruhestand - stand der Frauenchor in den Startlöchern. Auch entstand der Gemischte Chor, den der 79-Jährige noch leitet. Bis 2004 fuhr Dilling regelmäßig zu den Übungsstunden nach Sebbeterode. Im Jahr 2007 legte er die Geschicke des Kirchenchores im Knüll in die Hände von Nonna Gießwein.

Ihren Akku haben Dillings beim Singen wieder aufgeladen in einem Melsunger Vokalensemble. „Das war eine wunderbare Bereicherung, wir fühlen uns in der Chorliteratur zuhause“, erzählen sie.

Von Sandra Rose

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