Es fehlt Platz im Provisorium

Kita-Neubau verzögert sich: Neukirchener Eltern sorgen sich um Unterbringung ihrer Kinder

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Abriss vor gut 16 Monaten: Das Gebäude, in dem der Kindergarten Villa Kunterbunt untergebracht war, ist fort. An selber Stelle ist ein Neubau entstanden. Im Sommer soll Einzug sein.

Neukirchen. Viele Neukirchener Eltern, deren Kinder in den Kindergarten Villa Kunterbunt gehen, sind in Sorge: Der Kita-Neubau verzögert sich. 

In einer Stellungnahme haben sie sich jetzt zu Wort gemeldet. Aus Sicht der Eltern tue sich auf der Baustelle zu wenig, rücke der Eröffnungstermin in immer weitere Ferne.

Als vor gut 16 Monaten die ersten Bagger anrollten und das alte Gebäude in Grund und Boden stampften, waren die Erzieherinnen, Kinder und Eltern noch frohen Mutes. Man habe sich bald im neu gebauten Kindergarten gesehen, der nach einem Jahr fertig sein sollte, schreiben die Eltern.

Inzwischen ist es zum zweiten Mal Frühling, viele Eltern fühlen sich vertröstet. Inzwischen steht der Bau, aber dass dort schon bald Kinder spielen, wollen die Eltern nicht so richtig glauben. Es gab Gespräche mit der Stadt und dem Bürgermeister – „in scheinbar positiver Atmosphäre“. 

Im Wesentlichen ging es um die Unterbringung der Kinder im Provisorium in Asterode. Dort ist der alte Kindergarten, der mal für gut 20 Kinder ausgelegt war, zusammen mit dem Dorfgemeinschaftshaus zum neuen Kindergarten umfunktioniert worden. Als Übergangslösung definitiv gelungen, beschreiben ihn die Eltern, aber eben auf Dauer für 90 Kinder viel zu klein.

In ihrer Stellungnahme schreibt der Elternbeirat, dass die Kinder am Vormittag einer unruhigen und lauten Geräuschkulisse ausgeliefert seien und sich nicht mit ihren Bedürfnissen ausleben könnten.

Der Spielplatz beherberge maximal 30 Kinder, die übrigen spielten auf dem Sportplatz, der der Bundesstraße sehr nahe gelegen sei oder auf dem gepflasterten Hof des Gemeinschaftshauses. Sehr zufrieden, und das betonen die Eltern, sind sie mit der Qualität der Betreuung. Die Mitarbeiterinnen versuchten, so gut es gehe, auf die Kinder einzugehen, dies sei aber aufgrund des Platzmangels schwierig. Diese Enge und Unruhe wirke sich inzwischen auch auf den Alltag zuhause aus, bestätigten einige Eltern. Und natürlich litten auch die Erzieher unter der Lautstärke und der unglücklichen Situation.

Inzwischen gab es aber auch positive Zugeständnisse seitens der Stadt: Etwa zusätzliche Mitarbeiter, die ihre Kolleginnen entlasten. Neuer Projektlernort ist die Eichwaldhütte. Auch werden die Eltern nun regelmäßig über den Fortgang informiert. Zuletzt habe man gesehen, dass es jetzt vorwärtsgeht, schreiben die Eltern. Sie blickten hoffnungsvoll in die Zukunft: Das neue Kindergartenjahr soll laut Stadt im neu gebauten Kindergarten beginnen.

Das sagt der Bürgermeister: 

Bürgermeister Klemens Olbrich bestätigt auf HNA-Nachfrage, dass sich der Bau der Kita verzögert hat. „Das hat den Fenstereinbau und die Elektrotechnik betroffen.“ Zuletzt, vor einigen Wochen, sei aber beim Rundgang mit dem Elternbeirat bereits ein deutlicher Fortschritt zu sehen gewesen. 

Als einen der Gründe für den Verzug nennt Olbrich die gute Konjunktur, räumt aber auch Probleme mit Handwerkern ein. Die räumliche Situation des Provisoriums sei insbesondere im Winter belastend für alle gewesen, sagt der Bürgermeister: „Es gab einen regelrechten Lagerkoller.“ Man habe diese Krise aber auch dank der kreativen Arbeit der Erzieherinnen in Zusammenarbeit mit den Eltern dennoch gemeistert. So habe man beispielsweise vermehrt Projekte angeboten, um die Enge zu entzerren. 

Für Sommer sei nun der Einzug geplant: Die Jahreszeit erleichtere auch die Einbausituation, weil sich die Kinder dann auch gern draußen aufhielten und man nach und nach gegebenenfalls noch fehlende Kleinteile in den Nachmittagsstunden einbauen könne. Für Mitte Juni sei mit dem Elternbeirat und der Kita-Kommission ein weiterer Besichtigungstermin vereinbart, um über den Stand zu informieren.

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