Wert für Freizeit und Umwelt wird gesteigert

Mehr Natur, mehr Spaß: Arbeiten an Grenff und Urbach in Neukirchen

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Bauwerk soll vor den Sommerferien fertig sein: Im Zuge des Neubaus der Brücke über den Urbach wurde das Gewässer in eine neue, große Schleife gelegt, die Ufer werden renaturiert.

Neukirchen. Mehr Wasser können Einheimische und Gäste in Neukirchen erleben: Durch das Landesprogramm Naturnaher Gewässerausbau sind Renaturierungsarbeiten an Grenff und Urbach umgesetzt worden, die zugleich dem Freizeitwert und der Natur dienen.

So präsentierten Bürgermeister Klemens Olbrich und Bauamtsleiter Michael Slabon Arbeiten an der Grenff in Höhe des Sportplatzes. Dort teilt jetzt eine Insel den Bach (Foto Mitte). Von der Seite des Bahnradwegs her ist das Ufer künftig leicht zu betreten, man kann auf Steinquadern ausruhen und sogar komfortabel im fließenden Wasser kneippen, ein Handlauf soll noch angebracht werden. An beabsichtigten Geländeabbrüchen soll sich typische Vegetation ausbreiten oder wird noch angepflanzt.

Deutlich aufgewertet wurde auch das Ufer ein kleines Stück bachaufwärts, auch hier ist das Ufer gut erreichbar und abschnittsweise strandartig abgeflacht. Das künftige Spielen und Planschen ist ein willkommener Nebeneffekt, erklärte Michael Slabon, ein regelrechter Spielplatzbereich wird nicht ausgewiesen, eigentlich gehe es in dem Landesprogramm um Gewässerrenaturierung. Im selben Zug wurden auch drei Grenff-Wehre zurückgebaut, sodass Fische wieder aufsteigen und laichen können. Für die im Dezember gestarteten Arbeiten gab es insgesamt 114 000 Euro aus Wiesbaden. Für den Urbach steht noch eine Freilegung bis an die Hauptstraße auf der Agenda.

Insel entstand in der Grenff und bremst den Bach: Planschen und Kneippen ist in diesem Bereich künftig bequem möglich. Etwas oberhalb findet sich ein kleiner, flacher Sandstrand. Links Bürgermeister Olbrich und Bauamtsleiter Michael Slabon. 

Historische Quelle: Die Bäche der beiden Vorstädte

Grenff und Urbach sind seit jeher die Neukirchen prägenden Wasserlinien, im „Vollständigen topographisch-justitiarischen Handbuch der sämmtlichen Deutschen Bundesstaaten“ von 1843 ist zu lesen: „Neukirchen Stadt an der Grenf, Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain, Justizamt daselbst. Obergericht Marburg. Neukirchen liegt in dem ziemlich engen, von den Vorbergen des Knüll- und des Bechelsbergs gebildeten Thale, ist mit einer Mauer umgeben, die einen Kreis bildet, in welchem die Häuser wie eingeklemmt stehen, so daß manche die Gestalt eines Keiles haben. In der Mitte steht die alte Kirche. Vor jedem der beiden Thore liegt eine Vorstadt. 

Die nördliche, vor dem Treysaer Thore, wird von einem Arme der Grenf durchflossen, die südliche aber, vor dem Hersfelder oder Burgthore, durch den Urbach von der Stadt geschieden. - Renterei, Oberftörsterei, Postamt, Stadtrath nebst dem Justizamte. - 1 Knaben- und 1 Mädchenschule. - Ackerbau, einige Gewerbe, jedoch mehr als Nebengeschäfte betrieben; 6 Jahrmärkte - Östlich von Neukirchen, jenseits der Grenf, auf einem Hügel (beim Frauenberge), 1 Kapelle.“

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