Die Stracke darf nicht fehlen

Mit der Bundeswehr in der Südsahara: Neukirchener Guido Ritter in Mali 

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Häufig 45 Grad und Sandstürme: Guido Ritter aus Neukirchen ist als Soldat in Mali im Einsatz. Eine Spezialität hat er sich von zuhause zuschicken lassen.

Ein Neukirchener ist im Einsatz in Mali: Guido Ritter ist Informationsfeldwebel bei der Division Schnelle Kräfte in Stadtallendorf. Als Pressesoldat ist er noch bis Pfingsten in Gao.

Guido Ritter ist als echter Babiller in Mali – Babiller, so nennt man die Neukirchener. Ritter ist mit 850 deutschen Soldaten in Camp Castor Teil der UN-Mission „MINUSMA“. Der Dienst im Bundeswehrauslandseinsatz ist nicht alltäglich und schon gar nicht in der Südsahara. Temperaturen über 45 Grad und Sandstürme sind in diesem Einsatz, zu dieser Jahreszeit, normal.

Guido Ritter nennt sich selbst einen „Informationsarbeiter“: das Bindeglied der Bundeswehr zur zivilen Medienlandschaft. In Camp Castor beantwortet er vom Pressebüro aus Anfragen aus aller Welt, verfasst Pressemitteilungen und fotografiert. Es ist der fünfte Auslandseinsatz des 47-Jährigen.

HNA-Lektüre in der Südsahara: Seit Februar ist Guido Ritter in Mali im Einsatz. Als Pressesoldat der Division Schnelle Kräfte Stadtallendorf ist der Neukirchener mit 850 deutschen Soldaten in Gao in der Südsahara stationiert.

Diesmal sind es 5120 Kilometer von zuhause weg, in der Wüstenlandschaft Malis. Im MINUSMA-Einsatz in Mali ist er als Informationsfeldwebel eingesetzt. „Im Camp Castor leiste ich denselben Job wie im Heimatland“, erklärt der zweifache Familienvater. Journalisten, die die Reise auf sich nehmen, empfängt er dazu am Flugplatz in Gao. Danach begleite er sie mit dem Stabsoffizier bei ihrem Aufenthalt in Gao und verabschiedet sie danach wieder am Flugplatz.

Raus zur Patrouille

Ritter fotografiert und schreibt Artikel für Bundeswehrmedien. Dafür muss er auch mit den Soldaten raus aus dem Camp, wie zum Beispiel zur Fußpatrouille oder zu zivil-militärischen Projekten in und um Gao. Vor den Toren des Camps ist der Anzug ein anderer – schwerer und unbequemer. Circa 20 Kilogramm und das Gewehr kommen dann dazu. Genug zu trinken sollte immer dabei sein. Der Stabsfeldwebel trinkt dann zwischen vier und sechs Liter Wasser täglich.

Auch außerhalb des Camps unterwegs: Guido Ritter auf Foto-Tour.

„Als Informationsfeldwebel bekomme ich einen guten Einblick in viele Einheiten im Camp“, ist Ritter überzeugt. Er schreibt Artikel zu den verschiedensten Ereignissen und muss dazu natürlich recherchieren. „Dabei komme ich mit vielen Soldaten aus den unterschiedlichsten Bereichen in Kontakt.“ 

Das macht den Job interessant und abwechslungsreich. Artikel über Einheiten bei einer Patrouille außerhalb des Camps gehören genauso dazu, wie Porträts von einzelnen Soldaten, die über ihren persönlichen Einsatz berichten. Bei der langen Abwesenheit vermisst er besonders seine Frau und seine beiden Töchter.

 Manchmal sind es aber die einfachen Dinge, die zuhause alltäglich sind. Einfach mal zur Speisekammer gehen und ein Stück „Stracke“ abschneiden. Deshalb versorgt ihn seine Frau ab und an mit der Leckerei. Die Verpflegung im Camp schätzt der Neukirchener als gut und vielfältig ein. Den Unterkunftscontainer teilen sich drei Soldaten. 

Zur Babiller-Pfingstkirmes zurück sein

„Da ich eine Wasserratte bin und gerne schwimme, Aquajogging oder Aquafit mache, muss ich mich hier in der Wüste anders fithalten“, so Ritter. Aber auch das ist problemlos möglich. Es stehen zwei klimatisierte Fitnesszelte zur Verfügung. „Trotzdem vermisse ich das Wasser im großen Becken oder das Meer.“

Er ist guter Dinge, zur Babiller-Pfingstkirmes wieder zurück zu sein. „Ich möchte als echter Babiller mit Freunden ein kühles Bier an der Theke trinken.“

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