Gesundheitswoche

Mit dem Arm im Wasser: Pro Neukirchen organisiert Kneippkurse

Kursrunde: Gerda Kohlhase, Barbara Pollock, Willi und Inge Berg, Silke und Holger Arndt kneippten in Neukichen im Kurgarten.
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Kursrunde: Gerda Kohlhase, Barbara Pollock, Willi und Inge Berg, Silke und Holger Arndt kneippten in Neukichen im Kurgarten.

„Ein Armbad nach Kneipp ist die Tasse Kaffee der Naturheilkunde“, erklärte Silke Arndt, die gemeinsam mit ihrem Mann Holger in der Gesundheitswoche Pro Neukirchens drei Kneipp-Kurse im Kurgarten anbot.

Neukirchen – Die beiden Arndts sind Gesundheitsberater und ausgebildete Kneipp-Therapeuten und leben selbst im Sinne Kneipps. „Wir stellen unseren Kursteilnehmern die Kneipp’schen Grundsätze vor und geben praktische Tipps für den Alltag“, so Holger Arndt, der am Rande des Kurgartens Ausschau nach Spitzwegerich hielt.

Wunder der Natur

Der salzig schmeckende Spitzwegerich sei ein hervorragendes Wundheilmittel, das sich auch bei kleinen Verletzungen und Stichen bei Wanderungen schnell am Wegesrand finden ließe. Zerdrückte Blätter werden auf Insektenstiche und kleine Wunden aufgetragen und lindern so den Juckreiz und dienen so als eine Art Pflaster. Zudem sei Spitzwegerich auch eine Erkältungs- und Hustenpflanze, die zugleich, bei frischem Verzehr, die Selbstheilungskräfte fördere. „Täglich ein paar Spitzwegerichblätter gegessen und der Körper bekommt mehr Lebensenergie“, so Holger Arndt.

Eine Kur nach Kneipp baut stets auf fünf Säulen auf: Lebensordnung, Wasser, Bewegung, Ernährung und Pflanzenheilkunde sind die Bereiche, die von den Arndts künftig auch in monatlichen Kursen vorgestellt werden.

Kneipps Idee

Pfarrer Sebastian Kneipp wurde 1821 als Sohn einer armen Weberfamilie geboren. Seine Liebe zu Kräutern und Natur wurde ihm schon durch seine Mutter vermittelt. Als er selbst an Tuberkulose erkrankte, fiel dem Theologen ein Buch des Arztes Johann Siegmund Hahn zur Heilkraft des Wassers in die Hände. Kneipp startete einen Selbstversuch in der kalten Donau, wo er täglich ein kaltes Bad nahm und konnte genesen. Kneipp verfeinerte die Ansätze Hahns und entwickelte unter anderem Armbäder, Kniegüsse, das Tau- und Wassertreten.

„Es geht immer darum, bestimmte Reize zu setzen. Eine Kneipp-Anwendung triggert den Körper“, erklärte Holger Arndt. So sei es auch falsch, wenn in der Annahme „viel hilft viel“, gleich mehrere Anwendungen auf einmal vollzogen würden.

Tipps fürs Kneippen

„Wer nach einem Armbad im Anschluss zum Wassertreten übergeht, der hebt die Wirkung sogar auf“, so Silke Arndt. Sie zeigte den Kursteilnehmer auf was es bei einem Armbad im Becken des Kurgartens ankommt, denn so darf es beispielsweise nicht länger als 30 Sekunden ausgeübt werden. „Je kälter das Wasser, desto kürzer die Anwendung“, so die Devise.

In puncto Ernährung empfahlen Arndts eine erfrischende Kräuterlimonade, einen Kräuter-Linsen-Brotaufstrich und lecker, selbst gebackene Kräuterbrötchen. Die Kneipp’sche Ordnungstherapie zielt auf eine seelische Ausgeglichenheit und Stresstoleranz. „Im Maße liegt die Ordnung, jedes Zuviel und jedes Zuwenig setzt an Stelle der Gesundheit Krankheit“, so ein Zitat Kneipps.

„Kneipps Ansätze sind aktueller denn je. In seinen Werken kann jeder Tipps für sich und seine Gesundheit finden“, sagen die Kneipp-Therapeuten, die wissen, dass Kneippen nicht nur etwas für Ältere ist, sondern auch schon Kindern gut tut. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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