Es muss nicht immer 90-60-90 sein

Zwei Schwälmerinnen im  Finale des Modelwettbewerbs „Fräulein kurvig“

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Als „Fräulein kurvig“ erfolgreich: Ann-Christine Schwalm (links, aus Neukirchen) und Madeline Günther aus Olberode. Unter 2300 Bewerberinnen in einem bundesweiten Wettbewerb haben sie es bereits unter die letzten zwölf geschafft.

Neukirchen/Olberode. Der Wettbewerb bricht mit den Idealen der Werbeindustrie. Ann-Christine Schwalm und Madeline Günther wollen anderen Mut machen, sich nicht zu verstecken.

Es muss nicht immer 90-60-90 sein, um schön zu sein. Mal ehrlich: Welche Frau hat diese Maße schon? Ann-Christine Schwalm aus Neukirchen und Madeline Günther (Olberode) jedenfalls nicht. Doch was die beiden 30-Jährigen von vielen Frauen unterscheidet - es stört sie nicht im Geringsten. 

Im Gegenteil: Selbstbewusst und gelassen setzten sie sich bei den Wahlen zur „Fräulein kurvig“ durch, schafften es unter 2300 Teilnehmern unter die besten zwölf.

Es ist Lebensfreude pur, die einem bei der Begegnung mit den beiden selbstbewussten Frauen entgegenspringt, gepaart mit einer enormen Ausstrahlung.

Sie kennen sich seit Jahren

„Ich denke, dass nicht dünn sein allein ein Schönheitsmerkmal ist, schön ist doch alles, was mit Liebe betrachtet wird“, sagt Madeline Günther, die als Zahnmedizinische Fachangestellte arbeitet und wie Ann-Christine Schwalm verheiratet ist. 

„Wir sind, wie wir sind und wollen damit auch jungen Mädchen Mut machen, zu ihrer Figur zu stehen“, fügt Ann-Christine Schwalm hinzu. In der Küche hat sie den Spruch hängen: „Für Knäckebrot ist das Leben zu kurz.“

Ann-Christine Schwalm und Madeline Günther kennen sich schon seit Jahren, doch dass sie es jetzt beide in die Endrunde zur „Fräulein kurvig“ geschafft haben, ist purer Zufall. 

Die Bewerbung kam gut an

Auf Facebook und Instagram sind sie unabhängig voneinander auf die Wahl zur „Fräulein kurvig“ aufmerksam geworden. Haben Fotos, Maße, und einen Text über sich selbst verschickt.

Das kam gut an: Durch Abstimmen in den sozialen Medien schafften es beide unter die letzten 100, die zum so genannten Halbfinale ins „Indigo-Fashion-Hotel“ nach Düsseldorf eingeladen wurden. Am 15. Juli war das. 

Dort stellen sie sich persönlich der fünfköpfigen Jury vor - drei Minuten Zeit hatten sie, zum Schluss mussten sie auch zeigen, wie sie in hohen Schuhen gehen können - fünf Zentimeter hoch musste der Absatz mindestens sein.

Während Madeline Günther ein großes Poster mit vielen Bildern von sich und ihren Hunden - „die Hunde sind mein Hobby“ - gestaltete und Muffins backte, machte Ann-Christine Schwalm ihren Typ an ihrer Kleidung fest: Von der Kochjacke ihres Mannes („ich koche, backe, grille für mein Leben gern“) über ein Eintracht-Frankfurt-Trikot, ihr Arbeitsshirt als Ergotherapeutin, eine Laufhose fürs Nordic Walking bis hin zum Bikini, denn urlauben gehört auch zu ihrer Lieblingsbeschäftigung.

Sie wollen Mut machen

Keine 48 Stunden später klingelte bei den beiden Kandidatinnen das Telefon. „Ich war gerade bei einer Freundin in Schwarzenborn und hatte absolut nicht damit gerechnet“, so die 30-jährige. „Vielleicht liegt es daran, dass wir beide so gelassen an die Sache herangegangen sind“, sagt Ann-Christine Schwalm, Mutter eines fünfjährigen Sohnes.

„Wir wollen zeigen, dass wir zu unserer Figur stehen und dass das gut ankommt - und anderen Mädchen und Frauen Mut machen, sich nicht zu verstecken“, sagen die beiden 30-Jährigen.

Die Endgala am 1. September in Mönchengladbach können sie kaum erwarten. Dann heißt es rein in Brautkleid, Abendkleid und Tagesoutfit. Falls sie es unter die ersten drei schaffen, wartet ein einjähriger Modelvertrag bei einer Agentur auf die beiden Frauen. 

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