Fehler sollen nicht wiederholt werden

Mehr Kitaplätze: Neukirchens Stadtverordnete fordern detaillierte Planung

+
An- oder Neubau am Standort Riebelsdorf? Bedarf gibt es in Neukirchen für sechs weitere Gruppen. Wo sie entstehen, wollen die Parlamentarier noch beraten.

Neukirchen. Das Thema Kindergarten beschäftigt Neukirchens Stadtverordnete weiterhin. Sie fordern eine detaillierte Planung für einen An- oder Neubau einer Kita. 

Nachdem der Neubau in der Klingelbach alles andere als glatt lief, wollen die Parlamentarier jetzt aber auf keinen Fall wieder mit der heißen Nadel stricken: Lang und intensiv diskutierten sie am Donnerstag, wie und in welcher Form sie den Startschuss für den An- oder Neubau eines Kindergartens im Stadtteil Riebelsdorf auf den Weg bringen.

Bürgermeister Klemens Olbrich stellte zunächst den Sachverhalt dar: Vorausgegangen war Anfang der Woche ein Gespräch mit dem Kreis, aus dem hervorging, dass in Zukunft mindestens 15 Gruppen nötig seien, um den jährlich zu erwartenden 52 bis 55 geborenen Kindern einen Platz zu sichern. Aktuell gibt es in Neukirchen elf Gruppen. Für einen Neubau würde es hohe Zuschüsse geben.

Sechs neue Gruppen empfiehlt der Kreis

Heinz Ross (UBL) verdeutlichte, dass die Beschlussvorlage über den Anbau und zwei zusätzliche Gruppen ja nun obsolet sei: Nach seiner Kenntnis – zwischen drei Stadtverordneten hatten es kurz vor der Sitzung wohl noch längere Telefonate gegeben – empfahl der Kreis die Einrichtung von sechs neuen Gruppen. Jedoch wüssten die Stadtverordneten zum aktuellen Zeitpunkt zu wenig. Geklärt werden müsste laut Ross die Frage der Förderung, auch sei zunächst ein Ingenieurbüro mit der Planung zu beauftragen.

Martin Theune (CDU) mahnte ebenfalls, die Entscheidung nicht – wie vor zwei Jahren – unter Druck zu fällen. „Wir wollen den Startknopf drücken, aber wir sollten uns die Zeit nehmen, gründlich zu planen.“ Dr. Lars Eisenhut (CDU) erinnerte nochmals an den eingerichteten Bauausschuss. Von einer „ernsten Lage“ sprach Dietmar Schaub (SPD). 

Die Förderprogramme für solche Bauvorhaben endeten 2019, bis zum 31. Juli müsse ein fertiges Konzept samt Beantragung des Geldes beim Kreis vorliegen. „Die Informationen liegen schon seit einem halben Jahr bei der Stadt“, monierte er. Er rechnete den Stadtverordneten vor, dass man bei einem Neubau mit einem Zuschuss von 1,5 Mio. Euro rechnen könne, weiteren 90 000 Euro vom Kreis. „Das wäre möglich, wenn wir fünf vor zwölf noch die Kurve kriegen sollten.“

Zehnminütige Sitzungsunterbrechung mit Austausch

Eingebremst wurde er von Oliver Zimmermann (FDP). Er erinnerte die Parlamentarier daran, eine Kita ohne Außenanlagen und ein sündteures Feuerwehrhaus in Christerode „angezettelt“ zu haben. „Wir sind kurz davor, wieder etwas zu entscheiden, was wir nicht absehen können.“ Er sprach sich dafür aus, das Thema losgelöst vom Standort zu betrachten. Auch vor dem Hintergrund eines pädagogischen Konzepts.

Nach einer zehnminütigen Sitzungsunterbrechung und intensivem Austausch in den Fraktionen einigten sich die Stadtverordneten auf einen Kompromiss: Mit 26 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen beauftragten sie den Magistrat, ein Ingenieurbüro mit der Planung und der Kalkulation zu betrauen, ein geeignetes Grundstück zu suchen und Förderung zu beantragen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.