Bürgermeister wurde verurteilt

Drei Kinder ertranken in Teich in Neukirchen - Jetzt wird er eingezäunt

Der Teich in Seigertshausen wird über eine Länge von 120 Meter eingezäunt, dort wo die Böschung gepflastert ist. Im Sommer 2016 waren in dem Gewässer drei Kinder ertrunken.
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Der Teich in Seigertshausen wird über eine Länge von 120 Meter eingezäunt, dort wo die Böschung gepflastert ist. Im Sommer 2016 waren in dem Gewässer drei Kinder ertrunken.

Im Dorfteich in Neukirchen-Seigertshausen sind 2016 drei Kinder ertrunken. Der Bürgermeister wurde daher wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Jetzt wird der Teich eingezäunt.

  • In einem Teich in Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) sind drei Kinder ertrunken.
  • Jetzt wird der Teich eingezäunt.
  • Der Bürgermeister wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Der Dorfteich in Neukirchen-Seigertshausen wird teilweise eingezäunt. Das bestätigt Bürgermeister Klemens Olbrich. Anfang des Jahres musste sich Olbrich deshalb wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten und wurde schuldig gesprochen.

Mit der Einfriedung trage man einer Aussage der Staatsanwältin Rechnung, erklärt Olbrich. Sie habe während des Prozesses gesagt, „wenn wieder etwas passiert, gibt es Feuer“, zitiert Olbrich die Juristin.

Abgesichert wird jetzt nur der zum Dorf hin gerichtete Uferbereich des Teichs – dort, wo die Böschung in den vergangenen Jahren gepflastert worden war. Jetzt ist das Gewässer über eine Länge von 120 Metern mit einem Doppelstabgitterzaun in Höhe von 1,25 Metern abgesichert. Die Materialkosten liegen zwischen 3000 und 4000 Euro. Die Arbeiten führt der städtische Bauhof aus. Im Sommer 2016 waren in dem Teich in Neukirchen drei Kinder ertrunken.

Drei Kinder ertrinken in Neukirchen - Diskussion: Löschteich oder Freizeitgewässer?

Während des Prozesses war zunächst darum gestritten worden, ob der Teich in Neukirchen-Seigertshausen ein Löschteich oder ein Freizeitgewässer ist. Als Löschteich hätte er vollständig umzäunt sein müssen. Von dieser Strategie war die Staatsanwaltschaft aber abgerückt, nachdem die Verteidigung nachweisen konnte, dass bestimmte Kriterien dafür nicht gegeben waren.

Dennoch verurteilte das Amtsgericht in Treysa im Februar Klemens Olbrich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung in drei Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro.

Die Strafe wurde allerdings für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Olbrich soll außerdem 4000 Euro an das Familienzentrum in Homberg zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Bürgermeister nach Teichunglück in Neukirchen verurteilt: Er hofft auf Freispruch vom Landgericht

Die Art der Uferbefestigung, insbesondere der gepflasterte Bereich, hatte in der Urteilsfindung eine Rolle gespielt. Mögliche Risikopotenziale des Teiches, zum Beispiel die Tiefe und die glitschige, steile Böschung aus Pflastersteinen, seien nicht ausreichend erkannt und in der Folge nicht beseitigt worden, hatte das Gericht in seiner Urteilsbegründung festgestellt. Das Urteil gegen den Bürgermeister nach dem Teichunglück in Neukirchen ist nicht rechtskräftig. Olbrich ist in Berufung gegangen und hofft auf einen Freispruch vor dem Landgericht.

Von Sylke Grede

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