Vorsitzender hält Festrede 100 Jahre SPD Neukirchen

Thorsten Schäfer-Gümbel in Neukirchen: SPD ist eine  „Partei der Veränderung“

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100 Jahre SPD in Neukirchen: von links Landrat Winfried Becker, Thorsten Schäfer-Gümbel, der Vorsitzende des SPD-Ortsverbandes Neukirchen Willi Berg und Werner Thuleweit. 

Über hohen Besuch freute sich am Sonntag der SPD Ortsverein Neukirchen. Zum 100-jährigen Jubiläum gratulierte Thorsten Schäfer-Gümbel.

Schäfer-Gümbel ist noch kommissarischer Parteivorsitzender der SPD und langjähriger Chef der Hessen-SPD. Es sei ein Jubiläum, das „nicht selbstverständlich“ sei, sagte Schäfer-Gümbel im Großen Sitzungssaal im Rathaus Neukirchen. 

Besonders hob der 49-Jährige das Wertefundament aus Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität hervor, das der ältesten Partei Kontinentaleuropas geholfen habe, „in schwierigen Zeiten und Zeiten des Aufbruchs Kurs zu halten“. 

Diese Werte funktionierten nur im gleichgewichtigen Bezug zueinander, betont der in Gießen aufgewachsene Politiker. Die SPD als „Partei der Veränderung“ sei immer dabei gewesen, wenn es besser wurde, so der kommissarische SPD-Vorsitzende. „Demokratischer Fortschritt ist immer mit uns untrennbar verbunden“, sagte er.

Kampf gegen Rechts

Ein großes Lob hielt Schäfer-Gümbel für Werner Thuleweit, Matthias Berg und Gerd Höfer bereit, die die Geschichte des Ortsvereins in drei Abschnitten vorstellten. Der Politiker betonte dabei, dass die „SPD kein Geschichtsverein“ sei. Es gelte Antworten auf aktuelle Probleme zu finden, um der Stärke rechter Tendenzen etwas entgegenzusetzen. 

Als aktuelle Probleme nannte Schäfer-Gümbel Globalisierung, Digitalisierung, die ökologische Frage und neue Ungleichheitsformen, zum Beispiel die Lohnschere und das Stadt-Land-Gefälle.

Auf die Globalisierung müsse man europäisch reagieren, da „ein Schließen der Grenzen für dieses Land keine Lösung“ sei, sagte der 49-Jährige. Als „Partei der Veränderung“ liege es an der SPD, den Menschen die Angst vor neuen Herausforderungen zu nehmen und sie auf die Zukunft vorzubereiten. Auch gelte es für soziale Sicherheit zu sorgen.

Beim Thema Ökologie akzeptiert der 49-Jährige die Aussagen von Umweltverbänden überhaupt nicht, die das am Donnerstag verabschiedete Klimapaket kritisieren. Neben dem Umweltschutz sei es wichtig, „Menschen mitzunehmen“. Der Debatte warf er vor, dass es eine „Komplexitätsreduzierung“ gebe, die dazu führt, dass es zur Spaltung zwischen Überforderten und Forderern komme.

Die Beantwortung dieser vier Themen – Globalisierung, Digitalisierung, ökologische Frage und Ungleichheit – sei zukunftsentscheidend für seine Partei. An den Schluss seines Vortrags stellte er einen Appell für die Demokratie: Ein respektvoller Diskurs, Kompromissfähigkeit und wechselseitiges Verständnis seien wichtig für eine starke und streitfähige Demokratie.

Letzte Rede

Die Jubiläumsrede war die letzte Rede Schäfer-Gümbels in einem hessischen SPD-Ortsverein. Er verlässt die Landes- und Bundespolitik und wechselt nächsten Monat zur Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. Drei junge Musiker der Musikschule Schwalm-Eder begleiteten die Veranstaltung.

Von Julia Baumann

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