Vorfall auf Pfingstkirmes

Rechte Pöbeleien am Rande: Neukirchens Bürgermeister und Ortsvorsteher verhöhnt

+
Im Festzug der Babiller Kirmes: Bürgermeister Klemens Olbrich und Ortsvorsteher Peter Jöckel wurden nach eigenen Angaben von Mitgliedern der Partei Die Rechte angepöbelt.

Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich und Ortsvorsteher Peter Jöckel beim Festzug der Pfingstkirmes von zwei Mitgliedern der Partei „Die Rechten“ wurde angepöbelt.

Das kam erst jetzt raus. Die beiden trugen T-Shirts der Partei Die Rechten. Was genau die Männer gerufen haben, kann Olbrich als Festzugsteilnehmer nicht wiedergeben. Dazu sei sein Fahrzeug zu schnell vorüber gewesen. Aber der Tonfall der beiden am Straßenrand sei nicht freundlich gewesen. Deutlich hörbar seien Häme und Hohn gewesen. 

Der Bürgermeister hatte vor der Europawahl Plakate abhängen lassen. Wegen der Rechtslage sah er sich gezwungen, sie den Rechten zurückgeben zu lassen.

Wir haben zum Umgang mit solchen Vorfällen beim Mobilen Beratungsteam Hessen nachgefragt.

Ist es erlaubt, öffentlich T-Shirts Der Rechten zu tragen?

Den Experten aus Kassel ist kein Verbot von Parteilogos oder T-Shirts der Partei „Die Rechten“ bekannt.

Welche Qualität hat eine Pöbelei, ist das nicht eine Vorstufe von Gewalt?

Stefan Wunsch vom Mobilen Beratungsteam meint, dass der Bürgermeister durch die Aktion und das offensive Auftreten bewusst eingeschüchtert werden sollte. „Rechtsextreme versuchen somit nicht nur den ausgemachten politischen Gegner einzuschüchtern, sondern auch den öffentlichen Raum als „ihren“ zu beanspruchen.“

Was macht man, wenn man Zeuge einer solchen Pöbelei wird? Ignoriert man das oder spricht man die Protagonisten an?

Man sollte den Betroffenen unterstützen, sagt Wunsch, sich hinter ihn stellen sowie andere auffordern, dies auch zu tun.

Die Mitglieder der hiesigen Partei Die Rechten sind bei Weitem nicht unbekannt, man kennt sie aus Schulzeiten, als Nachbarn. Wie begegnet man ihnen im Alltag? Ausgrenzen? Diskutieren?

Eine Handlungsstrategie für die Situation in Neukirchen kann Wunsch nicht geben. Grundsätzlich sei es jedoch ratsam, das Thema zu behandeln und zu diskutieren. Das sollte auf der lokalpolitischen Ebene wie auch im Kontext des sozialen Umfelds und Gemeinwesens passieren.

Sollte man so etwas wie die Pöbelei der Rechten öffentlich machen oder sie ignorieren, um den Neonazis keine Bühne zu bieten?

„Wenn Neonazis in ihrem öffentlichen Auftreten keinen Widerspruch erfahren, kann dies dazu führen, dass sie sich bestärkt fühlen“, so Wunsch. Auf der anderen Seite ist es kein Zeichen für eine demokratische Gesellschaft, wenn man rechtsextreme Auftritte verschweigt und ignoriert. Ohne dabei gleich auf jede kleine Provokation einzugehen, habe man immer die Möglichkeit, sich für ein demokratisches Zusammenleben ohne menschenverachtende Ideologien und Ausgrenzung einzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.