Service für Wanderer: Geodätischer Referenzpunkt in Neukirchen

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Stolz auf den Vermessungspunkt: von links Helmut Reich, Gerd Höfer, Roland Peter, Willi Berg, Michael Slabon, Claudia Stecher, Jens Alpert und Herbert Backes. 

Neukirchen. Wanderer, Radfahrer und Geocacher können dank dieses sogenannten geodätischen Referenzpunktes (GR) zur Navigation künftig die Genauigkeit ihres GPS-Geräts oder Smartphones überprüfen. 

Der Punkt wird auf einer rechteckigen Platte auf dem Rand des Brunnens am Raiffeisenplatz kenntlich gemacht.

So funktioniert es

Um sein Smartphone auf die Probe zu stellen, hält oder legt man es auf den farblich hervorgehobenen Punkt auf der Platte und gibt in einer Navigations-App oder auf Google Maps die darauf notierten Koordinaten ein. Die Angaben auf der Platte sind die „Sollkoordinaten“, die wissenschaftlich genau berechnet wurden, erklärte Vermessungstechniker Jens Alpert.

Weil herkömmliche GPS-Geräte oder GPS-Chips in Smartphones sich aber nicht ganz genau verorten können, weichen ihre Werte – wenn auch meist geringfügig – von den Idealwerten ab. Die Lagegenauigkeit von herkömmlichen GPS-Geräten beträgt laut Amt für Bodenmanagement Homberg drei bis fünf Meter.

Die Berechnung

Das Smartphone berechnet dann die Differenz zwischen den eigens ermittelten Koordinaten und den Sollkoordinaten des GR. An der Abweichung kann man sich vor Augen führen, wie exakt die eigenen GPS-Daten tatsächlich sind. Die Daten neu zu kalibrieren ist jedoch bei handelsüblichen Smartphones und GPS-Empfängern meist nicht möglich.

Die Vorstellung

Der GR wurde am gut zugänglichen Raiffeisenplatz in Neukirchen eingeweiht. Dabei nahmen alle am Projekt Beteiligten teil. Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich wurde vom Ersten Stadtrat Gerd Höfer vertreten. Roland Peter war für das für GRs zuständige Amt für Bodenmanagement Homberg zur Vorstellung gekommen.

Die Kosten

Die Kosten für das Einsetzen der Platte sowie den Druck der Flyer wurden vom Amt für Bodenmanagement Homberg übernommen, die Stadt Neukirchen kam somit lediglich für die rund 100 Euro Materialkosten für die Platte auf. Die Verantwortlichen erhoffen sich einiges: „Wir sehen das auch als Werbung für die Stadt Neukirchen“, so Bauamtsleiter Michael Slabon. Denn über den QR-Code auf der Platte gelangt man auf die Homepage der Stadt. Somit stellt der Punkt auch eine Ergänzung zum Touristenbüro dar.

Der geodätische Referenzpunkt in Neukirchen ist nach einem in Homberg der zweite im Schwalm-Eder-Kreis, weitere sind in Eschwege, Bad Hersfeld und Fritzlar geplant. Zudem gibt es bereits Referenzpunkte in Kassel und Marburg.

Von Niklas Nendzig

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