Akten liegen jetzt in Marburg

Tragödie um drei ertrunkene Kinder bei Neukirchen: Richter lehnt Prozess ab

Neukirchen. Im Juni 2016 waren drei Kinder in Seigertshausen ertrunken. Das Amtsgericht in Treysa entschied jetzt, dass es sich für nicht zuständig hält.

Es ist weiter unklar, wie es im Verfahren nach der Teichtragödie von Seigertshausen weitergeht. Drei Kinder waren im Juni 2016 in dem Gewässer ertrunken. 

Im September 2017 war Anklage gegen den Neukirchener Bürgermeister Klemens Olbrich erhoben worden, der Vorwurf: fahrlässige Tötung.

Seit Februar lag die Entscheidung über eine Zulassung der Anklage und die Prozesseröffnung beim Amtsgericht Treysa. Vergangene Woche teilte das Treysaer Gericht mit, dass es sich für nicht zuständig hält – „wegen der Bedeutung der Sache“.

Zentrale Fragen sind weiterhin ungeklärt

Die Akten sollen nun dem Landgericht Marburg vorgelegt werden. Es hat zu entscheiden, ob es den Fall übernimmt oder ihn wieder zurück an das Amtsgericht Schwalmstadt verweist. 

Das kann aber Wochen dauern. Derzeit liegen die Akten wieder bei der Staatsanwaltschaft Marburg, wie eine Sprecherin bestätigte. Dort soll entschieden werden, welches Gericht zuständig ist.

In den vergangenen Monaten ging es zentral um die Frage, ob das Gewässer ein Löschwasserrückhaltteich ist, den die Verantwortlichen, namentlich der Bürgermeister, als Gefahrenquelle hätte einzäunen müssen. Laut Strafgesetzbuch liegt der Strafrahmen für fahrlässige Tötung bei einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe. 

Verfahren gegen Mutter läuft noch

Gegen die Mutter der drei Kinder ist das Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Sie könnte ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Marburg sagte. Der Vater sei nicht beschuldigt, weil er zum Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen sei.

Bürgermeister Klemens Olbrich erneuerte am Montag gegenüber unserer Zeitung, dass er sich im laufenden Verfahren nicht äußern werde. Sein Verteidiger Karl-Christian Schelzke erwartet weiterhin, dass kein Hauptverfahren eröffnet wird, sagte er der HNA.

Mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © David-Wolfgang Ebener/dpa

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