Diagnose Krebs: Und dann?

Weltkrebstag: Beratung und Unterstützung in Neukirchen

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Vom Verein Auxilium: Hilde Schulte (links) und Regina Kress stehen in Neukirchen Krebspatienten und deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite.

Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen und deren Angehörige ein einschneidender Moment, der alles verändert.

Die Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ stellt sich unumgänglich. Der Verein Auxilium in Neukirchen unterstützt seit fast 30 Jahren Betroffene und deren Familien beim Beantworten dieser und vieler anderen Fragen rund um das Thema Krebs.

Betroffene helfen Betroffenen

Sechs ehrenamtliche Mitarbeiter hat der Verein im Vorstand und Beirat, darunter Hilde Schulte und Regina Kress, insgesamt hat der Verein 76 Mitglieder. „Wir sind alle selbst von Krebs betroffen und können den Hilfesuchenden eine besondere Unterstützung bieten“, sagt Kress. Man könne den Betroffenen auf einer ganz anderen Ebene begegnen, denn man kenne die Sorgen und Ängste aus eigener Erfahrung.

Wie geht es nach der Diagnose weiter?

Nach der Diagnose stehe nicht nur die Frage der zukünftigen Behandlungen und den damit verbundenen Heilungschancen im Raum, sondern auch das Verständnis der zahlreichen Schreiben von Ärzten und Krankenkasse. Sie seien für den Laien oft nur schwer zu verstehen, besonders in einer solchen Ausnahmesituation.

Individuelle Beratungstermine

Eine Selbsthilfegruppe bietet Auxilium nicht: „Wir vergeben individuelle Termine, bei denen konkret auf die jeweiligen Probleme und Fragen eingegangen wird“, sagt Schulte. So werden beispielsweise Kontakte zu Psychotherapeuten vermittelt und über Reha-Möglichkeiten gesprochen. Auch gebe man Kriterien an die Hand, wie man im Internet verlässliche Informationsquellen findet. Denn besonders online gäbe es viele Fehlinformationen und verwirrende Auskünfte.

Offene Kommunikation ist das A und O

„Häufig haben wir Ehepaare hier, die uns einzeln darum bitten, dem Partner nicht zu sagen, wie ernst die Situation eigentlich ist“, so Schulte. Offen miteinander zu kommunizieren sei aber das A und O in solchen Momenten.

Regina Kress berichtet, dass ihre Kollegin sie vor Jahren zu einer Selbsthilfegruppe mitgenommen habe, das sei ihr aber zu nahe gegangen: „Man trifft dort regelmäßig dieselben Leute und nimmt an deren Schicksal teil“, fehlte dann jemand, sei die Sorge einfach zu groß gewesen.

Kontakte unter Betroffenen herstellen

Bei Auxilium entstehen trotz Einzelbetreuungen Freundschaften. So vermitteln Kress und Schulte beispielsweise Kontakte, wenn Betroffene eine ähnliche Diagnose haben, damit diese ihre Erfahrungen und Tipps miteinander teilen können. Auch in der Betreuung lerne man sich gut kennen: „Es tut sehr weh, wenn der Kampf gegen den Krebs in einigen Fällen kein gutes Ende nimmt“, so Schulte. Eine Nähe-Distanz-Balance sei da bei Arbeit sehr wichtig.

Ein Gefühl der Hilflosigkeit

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland, heißt es seitens der Deutschen Krebshilfe. Oft löse die Diagnose Krebs ein Gefühl der Hilflosigkeit aus, blicke man doch häufig in eine ungewisse Zukunft mit anstrengenden Behandlungen und teils unvorhersehbarem Ausgang. Neben der Hoffnung auf Heilung stünde auch immer die Angst mit im Raum, so Regina Kress.

WELTKREBSTAG

Erstmals wurde der Weltkrebstag am 4. Februar 2006 begangen. Vorbeugung, Forschung und Behandlung von Krebs sollen durch diesen Tag ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Ebenso soll er an die regelmäßige Vorsorge erinnern. In Deutschland werden jährlich 500 000 Neuerkrankungen verzeichnet. Eine lavendelfarbene Ansteckschleife gilt, wie die rote Aidsschleife, als Zeichen der Betroffenheit und Anteilnahme für alle Krebsarten.

Hier finden Sie alle Informationen rund um die deutsche Krebshilfe und den Weltkrebstag.

Kontakte und Informationen zum Verein Auxilium finden Sie HIER.

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