Kommunalwahlen im Blick

Neonazi tritt nun doch nicht als Bürgermeister an

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Der Landesvorsitzende der Partei Die Rechte Mike Guldner hat zum "Kampfjahr 2020" aufgerufen

Rechte in Neukirchen: Der Landesvorsitzende der Partei Die Rechte, Mike Guldner, wird nun doch nicht für das Bürgermeisteramt in Neukirchen kandidieren.

  • Der Landesvorsitzende der Partei Die Rechte Mike Guldner wird nun doch nicht als Bürgermeister in Neukirchen kandidieren.
  • Unterstützt wurde seine Wahl von NPD-Politiker Stefan Jagsch.
  • Neonazi Guldner hat nun die Kommunalwahlen im Blick.

Update von Dienstag, 25.02.2020, 14.57 Uhr: Der Landesvorsitzende der Partei Die Rechte, Mike Guldner, kandidiert nicht für das Amt des Bürgermeisters in Neukirchen. Das geht aus einem Beitrag dieser Neonazi-Partei im Internet hervor. Demnach hat der Seigertshäuser nicht die ausreichende Zahl an Unterstützerunterschriften erhalten. 62 wären für die Bewerbung um eine Kandidatur nötig gewesen.

Zwei Drittel der notwendigen Unterzeichner seien in kürzester Zeit zusammengekommen, heißt es in dem Text weiter. Eben jene Sammelaktion sei „scheinbar panisch von einem Gutmenschen zur Kenntnis genommen“ worden, der dann Fotos anfertigte und sie der Zeitung zuspielte, schreibt die Partei. 

Rechte in Neukirchen: NPD-Mann betitelte Guldner als „zukünftigen Bürgermeister“

Bei jener Sammelaktion war auch der inzwischen bundesweit bekannte NPD-Mann Stefan Jagsch anwesend gewesen. Der Name des NPD-Politikers ging vor wenigen Monaten durch die Presse, als er in Altenstadt zum Ortsvorsteher der Waldsiedlung gewählt und wieder abgewählt wurde. Im Gespräch mit der HNA hatte Jagsch bestätigt, dass Guldner auf der Suche nach den notwendigen Unterstützern für eine Bürgermeisterkandidatur sei. 

Guldner selbst hatte spontan nichts zu einer möglichen Kandidatur sagen wollen. Aber selbst auf der Internetseite der Kleinstpartei ist davon die Rede. Dort heißt es in einem Beitrag über einen Polizeieinsatz in Seigertshausen: „Denn zufällig ist dieser Ort der Wohnort von Mike Guldner, seines Zeichens Landesvorsitzender unseres glorreichen Landesverbands und zukünftiger Bürgermeister.“

Rechte in Neukirchen: Neonazi schaut Richtung Kommunalwahlen

Bürgermeister will der 38-Jährige, der ursprünglich aus Loshausen stammt, jetzt nicht mehr werden, dafür hat er jetzt die nächste Wahl im Blick: Seitdem bekannt geworden sei, dass Klemens Olbrich nicht mehr als Kandidat zur Bürgermeisterwahl zur Verfügung stehe „und mit Marian Knauff ein vertretbarer Kandidat aufgestellt wird, war uns klar, dass wir die Anmeldung unseres Bewerbers Mike Guldner nur noch als Generalprobe für die Kommunalwahl im nächsten Jahr betrachten“.

Neukirchen: Rechte sehen sich als Opfer einer Hetzkampagne

Gemeinsam mit weiteren Neonazis hatte Guldner in Seigertshausen für Unruhe gesorgt, eskaliert war die Situation bei einer Adventsfeier. Anfang Februar gab es in Seigertshausen eine Razzia mit großem Polizeiaufgebot.

In Briefen und Internetbeiträgen stellen sich die beiden Landesvorstände der Partei Die  Rechte, Tim Schmerer und Guldner, jetzt als Opfer einer Hetzkampagne dar.

Rechte in Neukirchen: Neonazi will Bürgermeister werden

Erstmeldung von Donnerstag, 23.01.2020, 19.01 Uhr: Unterstützt wird Guldner aus dem Neukirchener Stadtteil Seigertshausen dabei von dem inzwischen bundesweit bekannten NPD-Mann Stefan Jagsch aus der Wetterau. 

Neukirchen: NPD-Mann Stefan Jagsch unterstützt Kandidatur des Neonazis Mike Guldner

Der Name des NPD-Politikers ging vor wenigen Monaten durch die Presse, als er in Altenstadt in der Wetterau zum Ortsvorsteher der Waldsiedlung gewählt und wieder abgewählt wurde - die Wahl hatte damals bundesweit heftige Reaktionen ausgelöst.

War bundesweit mit seiner Wahl und der Abwahl als Ortsvorsteher von Altenstadt in der Wetterau in den Schlagzeilen: NPD-Mann Stefan Jagsch. Jetzt unterstützt er einen rechten Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Neukirchen in Nordhessen.

Im Gespräch mit der HNA* bestätigt Jagsch, dass Guldner auf der Suche nach den notwendigen Unterstützern für eine Bürgermeisterkandidatur sei.

Neukirchen: Neonazi will ins Rathaus - NPD-Mann unterstützt in aus "privaten Gründen"

 „Meine Unterstützung hat private Gründe, da helf’ ich doch mal kurz.“ Jagsch bringt dafür auch seine politische Erfahrung ins Spiel. In der NPD hatte er verschiedene Ämter inne, unter anderem war er Landesvorsitzender, bis er im vergangenen Jahr Ortsvorsteher in Altenstadt-Waldsiedlung war. 

Erst am vergangenen Freitag sei er in Neukirchen mit Neukirchener Mitgliedern der Partei Die Rechte vor dem Rewe-Markt auf der Suche nach Unterstützer-Unterschriften für Mike Guldner gewesen, erklärt Jagsch. Das belegen Fotos, die der HNA* vorliegen. 62 Unterschriften seien für eine Kandidatur nötig, erklärt Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich, der bei der Wahl am 3. Mai nicht mehr antritt. Olbrich steht aktuell wegen einem tragischen Teichunglück in Seigertshausen, bei dem drei Kinder ertrunken sind, wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

Neukirchen: Mike Guldner äußert sich nicht zu seiner Kandidatur

Der Beisitzer im Landesvorstand der Partei Die Rechte, Tim Schmerer, habe kürzlich etwa 100 Unterstützerformulare, gesiegelt von der Stadt, auf den Namen Mike Guldner im Rathaus abgeholt. Guldner selbst will spontan nichts zu einer möglichen Kandidatur sagen. Aber selbst auf der Internetseite der Kleinstpartei ist davon die Rede. 

Neukirchen: Bis zum 24. Februar müssen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl bekannt gegeben werden

Dort heißt es in einem Beitrag über einen Polizeieinsatz in Seigertshausen: „Denn zufällig ist dieser Ort der Wohnort von Mike Guldner, seines Zeichens Landesvorsitzender unseres glorreichen Landesverbands und zukünftiger Bürgermeister.“ 

Bis spätestens 24. Februar müssen die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl benannt worden sein. Von den etablierten Parteien sind bis jetzt keine Namen öffentlich bekannt.

Partei Die Rechte ruft zum Kampfjahr 2020 auf

„Tankt Kraft für das neue Kampfjahr 2020“ – das empfehlen die beiden Seigertshäuser Tim Schmerer und Mike Guldner in einem Facebook-Post. Sie gehören dem Landesvorstand der rechtsextremistischen Partei Die Rechte an. 

2019 war die Kleinstpartei nach dem Mord an Walter Lübcke durch eine Demo in Kassel aufgefallen. „Wenn andere mich als Neonazi bezeichnen wollen, sollen sie das machen“, hatte Schmerer da gegenüber der HNA* geäußert.

Video: Entsetzen nach Wahl von NPD-Politiker zum Ortsvorsteher

Stefan Jagsch sorgt für weitere Schlagzeilen

In Seigertshausen, einem Stadtteil von Neukirchen im Schwalm-Eder-Kreis, verbreitet Jagsch gemeinsam mit Mike Guldner von der Partei Die Rechte und Tim Scherer Angst. Dort haben die drei Neonazis die Menschen im Dorf provoziert und bedroht.

Der Landkreis Schwalm-Eder in Nordhessen ist angesichts der wieder erstarkenden rechten Szene alarmiert*: In einer Pressekonferenz betonte landrat Winfried Becker, dass ein Aktionsplan gegen Rechts entwickelt werden soll.

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