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Neukirchen verliert Prädikat Kneippheilbad

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Dehneinheit beim Gesundheitswandern mit Pro Neukirchen: Solche Angebote gehören zur Profilschärfung, am Samstag beginnt wieder eine weitere Gesundheitswoche.
Dehneinheit beim Gesundheitswandern mit Pro Neukirchen: Solche Angebote gehören zur Profilschärfung, am Samstag beginnt wieder eine weitere Gesundheitswoche. © Pro neukirchen

Neukirchen hat das Prädikat „Kneippheilbad“, das es seit dem Sommer 2000 besaß, aberkannt bekommen. Zukünftig wird die Kernstadt Neukirchen „Kneippkurort“ sein. Bestätigt wurde das Prädikat „Luftkurort“, das Neukirchen seit 60 Jahren innehat.

Neukirchen. Am Dienstag übergab Regierungspräsident Mark Weinmeister feierlichen die Kneippkurort-Urkunde. Almut Boller, Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes, sagte am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung, dass es eine Abstufung ist, aber „kein Trostpreis“. Nach den Definitionen ist es nicht mehr das höchste, aber ein hohes Prädikat. Zu dem Verband gehören 31 Heilbäder und Kurorte in Hessen, Vorsitzender ist der Bad Zwestener Bürgermeister Michael Köhler.

Almut Boller betonte im HNA-Gespräch am Montag, dass „Neukirchen als Kneippkurort weiter in der ersten Liga“ spiele. Wenn nicht vieles erreicht worden wäre in den letzten Jahren, würde die Stadt nicht als solcher ausgezeichnet. Es seien in der Vergangenheit Angebote weggefallen, aber auch neue hinzugekommen. Neukirchen solle sich motiviert fühlen, das höchste Prädikat wieder zu erlangen, es gebe alle Optionen. Boller lobte das Engagement vor Ort, es sei eine Überlegung, eine weitere Kneippanlage zu schaffen. Besonders wichtig sei es, „die Thematik Kneipp am Ort fest zu verankern“, damit gelte es Gäste und auch Einheimische zu erreichen. Darin sei man mit dem Verein Pro Neukirchen auf einem guten Weg. Boller lobte auch die Anlage des Kneippkurgartens. Jetzt ist langer Atem gefordert, es gelte „Standards zu erreichen und zu halten“. Zentral ist das medizinisch-therapeutische Versorgungsangebot.

Verlust ist keine Überraschung

Eine wirkliche Überraschung ist der Verlust des Topprädikats nicht. Es war zuletzt nur noch für fünf Jahren statt wie eigentlich üblich für zehn Jahre verlängert worden, denn die Erfüllung der gültigen Kriterien für ein Kneippheilbad war schon damals nicht mehr vollständig.

Bürgermeister Marian Knauff unterstrich der HNA gegenüber, dass sein Blick in die Zukunft ein positiver sei. Die genaue Begründung kenne er zudem noch nicht, die werde der Regierungspräsident erst am heutigen Dienstag mitbringen.

Entscheidend ist laut Knauff nun eine Neuausrichtung, im Magistrat werde derzeit genau darüber beraten. „Wo steht Neukirchen in 30, wo in 50 Jahren“: Daran gelte es nun zu arbeiten zusammen mit dem Verein Pro Neukirchen und der Stadtverordnetenversammlung. Die Erwartungen der Gäste hätten sich sehr gewandelt, nun müsse die Stadt mit ihren Wanderwegen in der Knüllregion neu aufstellen. Grundsätzlich sei das Prädikat wichtig. Die gute Nachricht: Laut Knauff wird sich an der jährlichen Ausgleichszahlung durch das Land in Höhe von rund 80 000 Euro durch die Zurückstufung nichts ändern.

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