Ein Jahr Repräsentanten der Stadt

Neustadt stellt neuen Junker und Burgfräulein vor

+
Gesichter der Stadt: Marlene Gnau (von links), Julian Schratz und Hannah Geus repräsentieren Neustadt. 

Ein Jahr lang geben Julian Schratz (21), Hannah Geus (18) und Marlene Gnau (18) den Junker Hans und seine Burgfräulein. „Das war eigentlich vorprogrammiert“, meint Gnau.

Die Amtsübernahmen waren fast schon familiäre Verpflichtung: Ihre Brüder waren in den vergangenen Jahren bereits in der Rolle des Junkers Hans als Repräsentanten der Stadt unterwegs. Hannahs Schwester Marie fungierte 2017/2018 auch schon als Burgfräulein – an der Seite von Michel Gnau.

Und Schratz? Nun ja: Seine besten Freunde sind Daniel Stumpf, die Gnau-Brüder und Dominik Weitzel – allesamt einstige Darsteller des Junkers Hans. Noch dazu war Großvater Norbert Krapp fast zwei Jahrzehnte lang Vorsitzender der Festkommission der Kirmes, während derer die Stadt alljährlich ihre neuen Repräsentanten vorstellt.

Doch die drei jungen Neustädter stellen nicht nur aus Pflichtbewusstsein die historischen Figuren dar. Sie seien stolz, ihre Stadt vertreten zu dürfen, betonen sie. Eine Stadt, in deren Vereinsleben sie und ihre Familien hochgradig aktiv sind und deren Bild sie mit prägen.

Julian Schratz gehört der Bürgergarde an, Vater Jochen ist Gründungsmitglied. Fußball spielt der angehende Physiotherapeut zwar aktiv als Innenverteidiger bei Verbandsligist SV Bauerbach, dafür trainiert er seit fünf Jahren gemeinsam mit Onkel Martin Krapp die heutige D-Jugend der JSG Neustadt.

Im Karneval war er bisher nur als Zuschauer dabei, weil er sich da meist mit seinem Verein in der Vorbereitung der Rückrunde befindet. Aber dass er eines Tages auch auf der Bühne stehen werde, lasse sich wohl nicht vermeiden. Terminprobleme hätten bisher auch verhindert, dass er früher den Junker Hans mimt: „Wenn ich etwas mache, dann will ich es auch richtig machen. Und dieses Jahr hat es endlich gepasst.“

Schratz‘ Burgfräulein tanzen beide in der Prinzengarde des VfL, die – ein weiterer Einblick in die familiären Verwobenheiten der Stadt – unter anderem von Geus‘ Mutter Alexandra trainiert wird. „Wir sind eine eingeschworene Truppe“, betont Hannah Geus, die gerade ihr Abitur an der Stiftsschule Amöneburg gemacht hat.

Gnau hat ebenfalls ihr Abitur an der Stiftsschule gemacht. Sie gehört ebenso wie ihre Eltern Andreas und Anja sowie ihre Brüder der Neustädter Bürgerwehr an, zudem singt sie im Langensteiner Jugendchor. Gut gelaunt und redegewandt sind der neue Junker Hans und seine Burgfräulein. Am meisten freuten sie sich in ihrer Amtszeit auf das Neustadt-Treffen – doch bei allem Spaß nehmen sie ihre Ämter keinesfalls auf die leichte Schulter. 

Es sei etwas besonderes und eine Ehre, in die Rolle der Symbolfigur der Stadt schlüpfen zu dürfen, bekennt Schratz. Vor allem sei es wichtig, Traditionen aufrecht zu erhalten – aber auch Bewährtes wie das gesellige Vereinsleben: „Solche Dinge dürfen nicht aussterben: Unsere Kinder sollen irgendwann ja auch in den Genuss kommen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.