Erinnerungen an 1990

Baumpflanzungen und Freundschaftsverträge: So wurde die deutsche Einheit gefeiert

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Groß gefeiert, wenige Jahre später eingeschlafen: Bericht der Schwälmer Allgemeinen von der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages Schwalmstadts mit dem thüringischen Creuzburg. 

Schwalm. Weitgehend goldenes Oktoberwetter wie gerade jetzt war für Mittwoch, 3. Oktober 1990, vorhergesagt.

Wir blätterten in den HNA-Ausgaben jener Woche, um an die Feiern der Einheit vor 25 Jahren in der Schwalm und im Landkreis zu erinnern.

Im Burgtheater in Treysa lief „Pretty Woman“, im Altkreis Ziegenhain betrug die Arbeitslosenquote 7,8 Prozent (aktuell 4,6 Prozent), der Stenoverein Treysa richtete das „erste gesamtdeutsche Wettschreiben“ aus, das halbe Pfund Markenbutter kostete im Angebot 1,79 Mark und im ganzen Land wurde die deutsche Einheit gefeiert.

Ottrau: 60 Ottrauer reisten in Bussen nach Fambach im Landkreis Schmalkalden-Meiningen (Thüringen), Nach einem Gottesdienst wurde eine Partnerschaftsurkunde von Bürgermeister Georg Keil und seinem Fambacher Kollegen Ewald Heymel unterzeichnet. Die Zusammenarbeit sollte alle Bereiche betreffen: Kultur, Bildung, Sport, Wirtschaft und Umweltschutz.

Kirchenkreis: „Der Gedanke an die Einheit Deutschlands begleitete die Kreissynode“, Dekan Friedrich Malkemus sagte, „auf dem Weg in eine Gesellschaft westlicher Prägung mit sozialer Marktwirtschaft brauchen die Christen und Gemeinden in der bisherigen DDR die Hilfe und den Rat ihrer westdeutschen Partner“.

Gilserberg: Mitglieder der Kuhlo-Bläsergruppe und ihres Förderkreises pflanzten am 3. Oktober auf dem Platz zwischen den beiden Sparkassen in Gilserberg eine Linde als Symbol der Einheit.

Frielendorf: Viele Frieldendörfer reisten nach Kleinschmalkalden in Thüringen, wo am 3. Oktober die Partnerschaft zwischen beiden Orten besiegelt wurde, Bürgermeister Gerhard Weitzel sprach von der „gewaltlosen Revolution, die als eins der strahlendsten Glanzlichter deutscher Geschichte in die Annalen eingehen wird“.

Fritzlar: Auf einem großen Volksfest in Fritzlar, ausgerichtet von der CDU, sprach Staatssekretär Bernhard Jagoda „am bedeutendsten Tag in der 1200-jährigen deutschen Geschichte“. Es sei nun möglich, aus Deutschland ein „Musterland“ zu machen.

Schwarzenborn: In Schwarzenborn kamen 600 Menschen in der Kulturhalle zusammen, Staatssekretär Bernhard Jagoda pflanzte zusammen mit der aus Dresden zugezogenen Familie Müller eine Linde auf dem Tanzplatz. Bürgermeister Karl-Heinz Möller begrüßte auch Gäste aus Mittelschmalkalden und Schwarzbach (Thüringen).

Schwalmstadt: Schwalmstädter feierten in Creuzburg (Wartburgkreis), vor der fahnengeschmückten Oberschule pflanzten die Bürgermeister Gerd-Friedrich Huck, Rainer Schill (Creuzburg), Rüdiger Schwanz (Ifta) und Klaus Rödiger (Scherbda) eine Blumenesche als Zeichen der Freundschaft, die vertraglich festgehalten wurde. Ursprung soll übrigens die private Brieffreundschaft von Töchtern der Bürgermeister gewesen sein.

Schwalm-Eder-Kreis: Ganz im Zeichen der Partnerschaft der Landkreise Schwalm-Eder und Sondershausen (heute Kyffhäuserkreis, Thüringen) stand in Borken die Feier des Kreistags zur deutschen Wiedervereinigung. In der HNA stand: „In der Feierstunde im Bürgerhaus ging es „nicht um Jubel, aber um Nachdenken über Deutschland“. 

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