Ärger über Äste: Olberöder fordern Baumfällungen

Hat Probleme mit morschen Ästen in Olberode: Anwohner Burckhard Hauser. Fotos: Haaß

Bereits seit einiger Zeit ärgern sich die Bewohner an der Fickelsmühle in Olberode über herunterfallende Äste und Zweige. Erst kürzlich habe ein Ast sein Auto beschädigt, berichtet Anwohner Burckhard Hauser.

„Der Ast ist regelrecht runtergeknallt“, sagt der gelernte Tischler und ehemalige Mitarbeiter der Bundeswehr-Standortverwaltung in Schwarzenborn und verweist auf Kratzer und zwei Löcher in der Frontscheibe seines Wagens.

Verantwortlich für den Astregen sind laut Hauser im Wesentlichen vier große Eichen, welche direkt am Straßenrand stehen und HessenForst gehören. „Ich kann nicht in den Baum reingucken, aber irgendetwas stimmt oben nicht. Für mich ist das eine Gefahr“, erklärt der Olberöder.

Durch seine Arbeit bei der Bundeswehr habe er Erfahrung im Umgang mit Holz: „Ich bin vom Fach.“ Sicherlich, wer am Waldrand wohne, müsse ab und zu mit ein paar Ästen rechnen, sagen Hauser und sein Nachbar Jürgen Diebel übereinstimmend. „Wenn man sich aber nicht einmal mehr traut, mit dem Auto drüberzufahren, dann ist es schlimm“, gibt Diebel zu bedenken.

Enttäuscht sind die Anwohner der Fickelsmühle vom zuständigen Forstamt in Neukirchen. „Seit eineinhalb Jahren bewegt sich nichts. Das ist doch nicht normal“, behauptet Hauser. Eigentlich habe der Revierförster ihm gestattet, eine der Eichen zu fällen, erzählt der 63-jährige Rentner kopfschüttelnd: „Als ich nach längerer Krankheit den Baum dann fällen wollte, hat er es mir wieder verboten. Erst so und dann so.“

Auch nach Ansicht der Betroffenen müssen die Bäume aber vermutlich gar nicht gefällt werden. Es sei zunächst durchaus ausreichend, wenn morsche und dürre Äste mittels eines Steigers entfernt werden würden, erklären die beiden Anwohner. „Egal was, aber sie müssen etwas machen. Will man warten, bis erst etwas passiert?“, fragt Hauser.

Jürgen Diebel

Der Leiter vom Forstamt Neukirchen, Günter Schumann, kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Man habe auf den Hinweis der Anwohner umgehend reagiert. Absprachen über Baumfällungen seien ihm nicht bekannt, sagt der Mann von HessenForst auf telefonische Nachfrage.

Bereits diese Woche ist für den Bereich der Fickelsmühle der Einsatz eines Steigers geplant, informiert Schumann: „HessenMobil schneidet dann die Äste raus, die gefährlich werden können.“

Darüber hinaus würden die gesunden Bäume am Waldrand eine wichtige Aufgabe erfüllen, erklärt der Forstamtsleiter weiter: „Die Eichen sollen dahinterstehende Fichten schützen und müssen daher als Randschutz stehen bleiben.“ (zmh)

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