Bitterer Start in die dritte Amtszeit

Oberaula: Klaus Wagner (CDU) kassiert mit nur 61,82 Prozent eine Wahlschlappe

Klaus Wagner (CDU), Bürgermeister, 58 Jahre
+
Klaus Wagner (CDU), Bürgermeister, 58 Jahre

Bürgermeister Klaus Wagner startet in seine dritte Amtszeit – und die begann am späten Sonntagabend mit einem ziemlichen Wahldebakel: Der Amtsinhaber kam gerade einmal auf 61,82 Prozent der Stimmen, 38,18 Prozent der Oberaulaer stimmten gegen den Olberöder, der seit 2010 auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt.

+++ Mittwoch, 29. September Oberaula – Der am Sonntag wiedergewählte Bürgermeister Klaus Wagner legt Wert auf die Feststellung, dass er seiner Wahlparty im Hotel Stern nicht völlig fernblieb, sondern am Sonntag ab etwa 23 Uhr noch die Glückwünsche von rund 20 Gratulanten entgegen genommen habe.

Wir hatten in unserer Dienstagausgabe dargestellt, dass er auch zu später Stunde nicht für die Presse zu sprechen war, Fotowünsche mochte er an dem Abend nicht erfüllen. Die HNA hatte auch berichtet, dass er seine Abwesenheit am Montag damit begründete, dass die Auszählung „chaotisch und abenteuerlich“ war. Gestern betonte Wagner, dass er keinesfalls die gute Arbeit der ehrenamtlichen Helfer gemeint habe. Vielmehr habe eine Vielzahl der Briefwähler die Bogen falsch in die Umschläge gesteckt, was zu großen Verzögerungen beim Einlaufen der Ergebnisse geführt habe.

Wagner erklärt Zögern am Wahlabend

HNA.de hatte die Liveticker-Berichterstattung nach 22 Uhr beendet, ohne das übliche Gratulationsfoto oder ein Statement Wagners. Andere Bewerber der zeitgleichen Bürgermeisterwahlen erschienen spätestens ab 20 Uhr in der Öffentlichkeit. Wagner hatte als Alleinkandidat rund 62 Prozent der Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung betrug 71,41 Prozent.

Das Ergebnis betrachte er nicht als „Debakel“, so Wagner am Dienstag, sondern es gebe viele Gründe für das schlechte Abschneiden, vor allem die großen Verluste der CDU bei der Bundestagswahl und die Personalie Armin Laschet. Er freue sich, wiedergewählt zu sein und gehe „nicht in Sack und Asche“.

+++ Dienstag, 28. September Oberaula. Besonders bitter dürfte das Ergebnis im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren schmecken – damals stand seine zweite Amtszeit mit 75,50 Prozent an Ja-Stimmen auf einem deutlich stabileren Fundament.

Dass der Wahlabend lang werden würde, darauf hatte man sich auch in Oberaula eingestellt – jedoch war Klaus Wagner selbst zu späterer Stunde nicht für die Presse zu sprechen. Auch auf der angekündigten Wahlparty im Hotel „Zum Stern“ tauchte der 59-Jährige nicht auf. Seine Abwesenheit entschuldigte Wagner am Montag mit der „chaotischen und abenteuerlichen“ Auszählung der Briefwahl. Seine Mitarbeiter hätten finale Ergebnisse zuletzt um 2.50 Uhr ins System gestellt.

Waren im Rathaus mit der Auszählung beschäftigt: von links Klaus Baschnagel, Werner Weidemann, Roland Hühn, Charlotte May und Patricia Krey.

Zum Wahlergebnis sagte der Amtsinhaber: „Ich bin wiedergewählt – natürlich hätte ich mir eine breitere Zustimmung gewünscht, aber ich glaube, mit jedem Amtsjahr mehr tritt man mehr Menschen auf die Füße.“ Sicher habe auch er versucht, Ursachen für das Ergebnis zu finden. Besonders bitter sei das Abschneiden im Heimatort Olberode – mit 50,86 Prozent fuhr Wagner dort von allen Ortsteilen das schlechteste Ergebnis ein.

Ein kontroverses Thema sei der Neubau des Feurwehrstützpunktes in Oberaula. Bei der Fusion der Wehren bleibt Olberode wunschgemäß außen vor und somit eigenständig. Im Ort werde aber behauptet, dass er als Bürgermeister die Menschen bezüglich der Zuschüsse belüge: „Das hat mich eine Menge Stimmen gekostet.“ Ursächlich für das Ergebnis sei wohl auch die Tatsache, dass er ein Kandidat der CDU sei – „das war nicht von Vorteil, wir hatten im Bund einfach den falschen Kandidaten“. Die größte Zustimmung konnte Wagner mit 65,64 Prozent übrigens im Kernort für sich verbuchen. Nichtsdestotrotz sieht Wagner die Gemeinde auf einem guten Kurs: „Wir haben viel angestoßen, bald sind Ergebnisse zu sehen.“ (Sandra Rose und Anne Quehl)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.