Björn Schüler aus Oberaula sammelt Geld für Baumschule im Senegal

Oberaula. Björn Schüler aus Oberaula hat sich der Entwicklungszusammenarbeit verschrieben. Für ein senegalesischen Dorf will er mit seiner Crowdfunding-Kampagne Geld sammeln, damit eine kleine Baumschule Früchte trägt.

„Mein Ziel ist es, den Menschen im Senegal durch den Ausbau ihrer Baumschule einen Schubs in die richtige Richtung zu geben“, erklärt der Soziologe und Betriebswirtschaftler. „Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, kein Aufzwingen westlicher Sichtweisen.“ Denn gerade in den Provinzen und Dörfern fehle es den Leuten an Aufklärung und an Wissen, um nachhaltig für Mensch und Umwelt zu wirtschaften.

Der 32-Jährige, der als Berater für staatliche und nichtstaatliche Organisationen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit für das Unternehmen ECO Consult in Oberaula arbeitet, lernte bei einem Außeneinsatz im Senegal Baumschulen-Betreiber Salif kennen.

Er entschied sich, ihm zu helfen: „Der Mann tut nicht nur etwas für seine Familie, sondern für das ganze Dorf. Ihm fehlt nur eine Starthilfe, um die Baumschule nachhaltig zu betreiben.“ Daher schrieb der Oberaulaer ein Spendenprojekt auf betterplace.org, einer Internet-Plattform für soziale Projekt, aus.

Der Verkauf von Mangos und Setzlingen in werfe kaum Ertrag ab. Viel lohnenswerter sei seine Aufzucht von speziellen Bäumen zur Gewinnung von Holzkohle.

Infos zum Projekt und Möglichkeit zum Spenden finden Sie unter www.betterplace.org

„Allerdings läuft das in weiten Teilen des Senegals ohne nachhaltige Wiederaufforstung und obendrein illegal“, berichtet Schüler. „Da sich etwa 80 Prozent der Senegalesen Gas oder Strom nicht als Energiequelle zum Kochen leisten können, greifen sie auf Holzkohle zurück, die einfach zu bekommen ist.“ Er will sich daher für den legalen Vertrieb von Holzkohle einsetzen.

„Man muss in den Dörfern mit der Unterstützung ansetzen und die Menschen im Kleinen stärken, dann gewinnen am Ende alle.“ Björn Schüler sammelt unter anderem für einen Brunnen, Schubkarren und Schaufeln sowie einen Zaun, um die Bäume vor Tieren zu schützen. „Jeder kann sich aussuchen, wofür genau er spendet und wie viel. Jeder Cent kommt an“, verspricht der Oberaulaer. Sein Ziel: Salif soll mit Hilfe eines neu gebauten Brunnens wirtschaftlich wässern, nachhaltig Bäume schlagen und wieder aufforsten, Mitarbeiter einstellen und so sein Dorf voran bringen.

„Wenn mit der Baumschule wirkliche Gewinne aus Mango- und Holzkohleverkauf erzielt werden, steigt der Lebensstandard und die Kinder können zur Schule gehen“, sagt Schüler. Zugleich wachse in der Gemeinschaft ein Bewusstsein, wie man zugleich die Natur schonen und besser leben könne. Die gesammelten Erfahrungen werden dann im besten Fall an die Bewohner der Nachbardörfer weitervermittelt, so Schüler.

Von Jasmin Paul 

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