Fotos zeigen den Wandel: Knüllgebirgsverein Oberaula präsentiert Kalender zur 1150-Jahr-Feier

Blick vom Bahnhof aus: Alle Fotos des neuen Kalenders stammen aus der Sammlung des Knüllgebirgsvereins. Gemacht hat die Aufnahmen rund um Oberaula Horst Rüffer. Fotos:  privat

Oberaula. Kurz bevor steht in Oberaula das Jubiläumsjahr: Vor 1150 Jahren wurde die Gemeinde gegründet. Für den Knüllgebirgsverein, Zweigverein Oberaula, Grund genug, um dem Ort einen eigenen Kalender zu widmen.

Die Idee entwickelten Heinz Herget und Hans-Joachim Schneider. „Die wunderbaren Fotos befanden sich in unserem Archiv. Wir haben sie digitalisieren lassen“, erläutert Schneider.

Entstanden sind die Fotos, die überwiegend Ortsansichten zeigen, in den 1960er- und 1970er-Jahren. Eingefangen hat sie mit der Kamera Horst Rüffer. Rüffer, 1938 geboren und 2002 verstorben, betrieb als Nachfolger seines Vaters Carl in der Böhlstraße ein Lebensmittel- und Haushaltswarengeschäft, später dann eine neuerbaute Drogerie in der Bahnhofstraße Oberaulas. „Nicht nur beruflich, sondern auch privat, war er ein Fotograf, der seine professionelle Ausrüstung gut einzusetzen wusste“, erzählen die Kalendermacher. Schon in den 1920er-Jahren und nach dem Ersten Weltkrieg habe Rüffer für den Knüllgebirgsverein Aufnahmen gemacht – er hielt unter anderen fest, als der Fremdenverkehr wieder neu belebt wurde und die ersten Gäste in den Ort kamen. Dabei wählte er die Technik der Glasplattendias. Sie fanden Verwendung bei der Gestaltung von Wanderführern, Zeitungsberichten und Prospekten.

Verewigt auf einem Stein

Im Kalender finden sich Bilder wie etwa das für den Juli auserwählte Motiv: das Lagerhaus der Spar- und Darlehnskasse Oberaula. Es wurde im Jahr 1939 in der Bahnhofstraße errichtet. Die davor liegende, als Garten genutzte Fläche, wurde für den aufstrebenden Fremdenverkehr zu einer Erholungsanlage umgebaut und dem Gründer der Raiffeisenbewegung gewidmet. Julius Knapp, der Vorsitzende des Knüllgebirgsvereins, war Initiator und unermüdlicher Helfer bei der Verwirklichung der Anlage. Ein Namensstein steht heute am Eingang zum Bankgebäude. Das Foto zeigt zudem Teile der Kartoffeldämpfanlage, einem Eigenbetrieb der Raiffeisenbank.

Eine winterliche Impression bebildert den Monat Dezember: Von der kleinen Anlage am Bahnhof blickt man auf das verschneite Oberaula. Im Talgrund liegt die Wiesenmühle, die im Jahr 2000 dem Edeka-Markt weichen musste. „Wir freuen uns, diesen Fundus zu haben – und ihn jetzt mit diesem Kalender auch zeigen zu können“, erklärt Schneider.

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