Fünf Wanderrouten der Steinzeitfreunde laden zum Erkunden ein

Historisches um Hausen entdecken

Unser Drohnenbild zeigt den Oberaulaer Ortsteil Hausen.
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Unser Drohnenbild zeigt den Oberaulaer Ortsteil Hausen.

Mit dem Smartphone oder einem GPS-Gerät in der Natur versteckte Schätze finden, Rätsel lösen oder mehr über die Geschichte erfahren: Vor einigen Jahren konzipierte der Verein Steinzeitfreunde Hausen fünf Geocaching- beziehungsweise Wanderrouten rund um zwölf historische Orte rund um Hausen, die wir heute noch einmal ausführlich vorstellen wollen.

Hausen – „Gerade in Coronazeiten sind Erlebnisse in der Natur gefragter denn je“, sagt der Vorsitzende Uwe Bickert. Am Birket, einem frühsteinzeitlichen Kultplatz, in Hausen informiert eine Tafel über die Wanderrouten, die über Koordinaten erreicht werden können – beschildert ist der Weg nicht. Laut der Steinzeitfreunde ist allerdings angedacht, die markanten historischen Punkte zukünftig auszuschildern.

Wer die Routen zwischen 3,6 und 12,2 Kilometern erkunden möchte, braucht ein Smartphone oder einen GPS-Tracker. Die Karte mit den Koordinaten kann auf der Internetseite Hausen abgerufen werden. Laut Bickert gibt es rund um Oberaula weitere Geocach-Routen, allesamt angelegt von Heinrich und Karin Berg aus Oberaula, die das Cachen schon lange als Hobby für sich entdeckt haben. Wir stellen die historisch bedeutsamen Orte plus Koordinaten (in Klammern dahinter) in einer Übersicht vor:

Historisches um Hausen entdecken: Birket Kultplatz

Das Birket ist für die Region und darüber hinaus ein Dreh- und Angelpunkt, eine bedeutende Anlaufstation für die Großwild jagenden Jäger und Sammler gewesen. Vor etwa 500 000 Jahren stießen sie dort auf Süßwasserquarzit. Der Lehrer und Laienarchäologen Dr. Adolf Luttrop entdeckte 1940 die Fundplätze Hausen (Birket), Ziegenhain (Reutersruh) und Lenderscheid (Vossberg). Es wurden zahlreiche Quarzit-Artefakte geborgen und ins Landesmuseum nach Kassel gebracht. Einige sind auch im Museum der Schwalm in Ziegenhain ausgestellt. (N 50° 50’ 53“, E 09° 27’ 36“)

Historisches um Hausen entdecken: Platz der Steinzeitfreunde

Der Verein der Steinzeitfreunde gründete sich 2010 zur Jahrfeier. Hier errichteten die Mitglieder eine steinzeitliche Feuerstelle. (N 50° 50’ 45“, E 09° 27’ 26“)

Historisches um Hausen entdecken: Hügelgräber im Reuberswald

Nach Hinweisen Dankwart von Dörnbergs erarbeiteten Auszubildende des Amts für Bodenmanagement ein digitales Geländemodell, auf dem die Hügelgräber gut zu erkennen sind. (N 50° 49’ 13“, E 09° 27’ 21“)

Historisches um Hausen entdecken: Hügelgräber auf der Mies

Hügelgräber gibt es in Europa ab der Stein- und Bronzezeit bis in die Eisenzeit und das Mittelalter. Jene auf der Mies liegen etwas fernab des Weges, im Wald zu finden. (N 50° 51’ 52“, E 09° 29’ 18“)

Bei einer Veranstaltung 2018 erklärt Geocacher Heinrich Berg (links) Steinzeitler Norbert Klaar die Handhabung am Handy.

Historisches um Hausen entdecken: Kultplatz alte Eiche

Der Kultplatz in der Katzbach wird markiert von einer alten Eiche – auf dem Höhenpunkt wurde Gericht abgehalten. (N 50° 51’ 13“, E 09° 27’ 19“)

Historisches um Hausen entdecken: Erdwallanlage und Ackerterrassen

Erdwallanlage und Ackerterrassen zeugen von Flächen, auf denen in Stufen etwas angebaut wurde. Sie stellen ein Relikt einer vergangenen Flurgliederung dar. (N 50° 51’ 37“, E 09° 26’ 28“, N 50° 52’ 02“, E 09° 28’ 51“)

Historisches um Hausen entdecken: Fundplatz Steinzeitdolch

Der Steinzeitdolch wurde seinerzeit per Zufall in Olberode gefunden – bei Erdarbeiten für den Bau eines Geräteschuppens. Weitere Grabungen durch Marburger Archäologen folgten, weitere Gegenstände wurden aber nicht entdeckt. Heute ist der Dolch im Museum der Schwalm ausgestellt. (N 50° 51’ 26“, E 09° 25’ 23“)

Historisches um Hausen entdecken: Absturzstelle

Am 24. Dezember 1944 tobte über Oberaula ein verbitterter Luftkampf. Ein Flugzeug stürzte an, der Pilot musste im Wald geborgen werden. Für den Soldaten ist eine Gedenkstätte eingerichtet worden, ein Verein aus Görzhain pflegt. (N 50° 50’ 03“, E 09° 27’ 17“)

Historisches um Hausen entdecken: Schloss Hausen

Das Schloss Hausen ist im Besitz der Familie von Dörnberg und stammt aus dem Jahr 1674. Das Schloss wurde auf den Resten einer Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Zur Zeit der Reformation und der Bauerkriege (1524 bis 1526) hatte die Wasserburg Hausen offenbar drei Zugbrücken. Vom ehemaligen Wallgraben der Wasserburg zeugen heute nur noch ein Schlossweiher und ein Bachlauf. (N 50° 50’ 38“, E 09° 27’ 29“)

Historisches um Hausen entdecken: Wüstung Katteroth und Hermannsschloss

Als Wüstung wird eine Siedlung oder eine Wirtschaftsfläche bezeichnet – Reste im Boden sind stumme Zeugnisse. Als Hermannsschloss bezeichnen die Oberaulaer eine Basalterhebung in der gewachsenen Sandsteinlandschaft. (N 50° 52’ 08“, E 09° 27’ 16“, N 50° 52’ 08“, E 09° 27’ 24“)

Virtuelle Schatzsuche via Smartphone 

Wichtigste Voraussetzung für die virtuelle Schatzsuche ist ein GPS-taugliches Mobilgerät. Das kann ein einfaches Smartphone mit einer entsprechenden App sein. Profis verwenden spezielle GPS-Empfänger, die robuster sind, die gesuchte Position genauer orten, aber auch mehrere Hundert Euro kosten können. GPS steht für Global Positioning System. Es bestimmt den Standort des Nutzers mithilfe von Satelliten-Signalen, die ursprünglich nur für die militärische Nutzung gedacht waren. Die pinkfarbene Route in unserer Grafik ist 6,97 Kilometer lang (Dauer etwa zwei Stunden), die orangefarbene Strecke 3,61 Kilometer (eine Stunde), die rote Route 5,79 Kilometer (eine Stunde, 40 Minuten), die blaue 3,8 Kilometer (etwa eine Stunde) und die grüne Strecke 12,25 Kilometer lang (dreieinhalb Stunden). 

(Sandra Rose)

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