Ausnahmen an "besonderen Feiertagen"

Keine katholischen Gottesdienste mehr in Schrecksbach und Oberaula

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Heilige Messe nur noch an besonderen Tagen: Das betrifft seit Neuestem die katholischen Kirchen in Oberaula (Foto) und Schrecksbach.

Schrecksbach/Oberaula. Mangelnde Teilnehmer, zunehmende Belastungen des Personals: In den katholischen Kirchen in Schrecksbach und Oberaula werden keine Gottesdienste mehr gehalten.

Das geht aus den Mitteilungen der Internetseite des Pastoralverbunds Maria Hilf Schwalmstadt hervor.

Veränderungen

Dort heißt es: „Da die Renovierungsarbeiten der Maria Hilf Kirche in Trutzhain nunmehr abgeschlossen sind, werden ab dem 1. Dezember 2018 in Schrecksbach und Oberaula keine Vorabendmessen mehr gefeiert. In Zukunft werden nur noch zu „besonderen Festtagen“ Heilige Messen gefeiert. 

Das Bistum Fulda bestätigt dies. Es sei Entscheidung des Pfarrers und des Pfarrgemeinderats gewesen, die Heiligen Messen nur noch an besonderen Festtagen in den beiden Filialgemeinden zu feiern, heißt es dort. Es sei auch darauf hingewiesen worden, dass die Möglichkeit von Wort-Gottes-Feiern (ohne Eucharistiefeier, für Laienprediger möglich) aufgezeigt worden sei, wenn an einem Ort keine Messfeier gehalten werden könne.

Argumentation

Pater Piotr Pasko, der im Pastoralverbund für die Pfarreien Neukirchen (mit Schrecksbach und Oberaula), Trutzhain und Ziegenhain zuständig ist, bringt Veränderungen im Gottesdienstangebot mit der im kommenden Sommer anstehenden Schließung des Oblatenklosters in Ziegenhain in Verbindung. 

Drei der Patres hatten sich unter Leitung von Pater Pasko in die Seelsorge der genannten Pfarreien eingebracht. Einer von ihnen sei bereits nach Fulda gewechselt. Das Gottesdienstangebot einzuschränken sei bereits im Februar beschlossen worden, erklärt Pasko. Wegen der Renovierung der Wallfahrtskirche in Trutzhain, die im Mai 2018 begonnen hat, sei die Einführung des neuen Modells um die Zeit der Renovierung verschoben worden.

Weil die Renovierung in Trutzhain teilweise am 1. Adventssonntag beendet wurde und dort die Eucharistie (Abendmahl, Teil jedes Gottesdienstes) wieder gefeiert werden sollte, gilt die Anfang des Jahres beschlossene Regelung jetzt. 

Pasko führt im Zusammenhang mit dem Gottesdienstangebot auch die Belastungen der Patres an. Mit dem Fortgang des Kollegen sind nur noch zwei der Patres ausgebildete Priester. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten halten die beiden Verbliebenen auch die Eucharistie im Pflegeheim am Samstag und in der JVA am Sonntag, erklärt Pasko.

Gemeindemitglieder

„Wir sind kaum noch Leute“, führt der Oberaulaer Georg Nierula an. Gerade mal acht bis zehn Menschen würden durchschnittlich die katholischen Gottesdienste in Oberaula besuchen, schätzt das Mitglied des Verwaltungsrats (früher Kirchenvorstand). 1947 sei die Kirche in Oberaula für knapp 500 Katholiken gebaut worden. „Wegen der sinkenden Zahlen werden wir uns nun dem Schicksal beugen müssen.“

Blick in die Zukunft

Ist das veränderte Gottesdienstangebot in Stein gemeißelt? Wie es dann im Pastoralverbund Maria Hilf Schwalmstadt weitergeht, muss sich ab dem Sommer 2019 zeigen, wenn die Patres weggehen, heißt es aus dem Bistum Fulda. 

Das unterstreicht auch Pater Pasko: „Wie es dann ab 1. August 2019 geregelt wird, liegt in den Händen von Pfarrgremien und dem neuen Pfarrer.“ Bei einem Perspektivgespräch mit Bistumsvertretern sei versprochen worden, dass es keine Vakanz geben werde.

Knapp 6000 Menschen im Pastoralverbund

Folgende Zahlen und Strukturen nennt das Bistum: Der Pastoralverbund hat 5764 Katholiken, davon entfallen auf die Pfarrei Neukirchen mit Oberaula und Schrecksbach 1487, auf Treysa-Neuental mit Gilserberg, Jesberg und Zimmersrode 2442, auf Trutzhain 339, auf Ziegenhain mit Frielendorf 1496. Für die Pfarreien Neukirchen, Trutzhain und Ziegenhain ist Pater Piotr Pasko zuständig, für die Pfarrei Schwalmstadt-Treysa Pfarrer Michael Brüne.

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