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Kindergruppe in Friedigerode beschäftigt sich mit der Natur

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Etwa zehn Kinder der Kohlmeisengruppe stehen um einen Holztisch. Sie halten ausgehöhlte Kürbisse in die Kamera, hinten links stehen die Organisatoren Hanna Kurz und Gerd Conradi.
Stolz halten die Kinder der Kohlmeisengruppe die ausgehöhlten Kürbisse in die Kamera, hinten links die Organisatoren Hanna Kurz und Gerd Conradi. © Jochen Schneider

Im Oberaulaer Ortsteil Friedigerode gibt es seit gut einem Jahr eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die sich regelmäßig für die unterschiedlichsten Aktionen treffen: die Kohlmeisengruppe.

Friedigerode – Unter der Leitung von Hanna Kurz und Gerd Conradi erfahren die Sechs- bis Zwölfjährigen nicht nur eine Menge über die Heimat, sondern sind auch in der Natur rund um Friedigerode unterwegs.

„Wir haben unter anderem zusammen Futterhäuschen und Nistkästen für die Vögel gebaut und auch gleich das Futter dazu hergestellt – mit Sonnenblumenkernen und Fett in Blumentöpfen zum Aufhängen“, berichtet Gerd Conradi, der die Idee in den Ort trug.

Gerd Conradi ist seit mehr als zehn Jahren Koch und Ausbilder in der JVA in Schwalmstadt. Er war im Ortsbeirat aktiv, hat viel mit Senioren unternommen und für seinen Einsatz bereits den Hessischen Landesehrenbrief erhalten. Jetzt engagiert er sich für die jungen Friedigeröder.

Unterstützt wird er von Hanna Kurz. Die junge Frau schließt im Frühjahr 2023 ihre Ausbildung zur Kinder- und Jugendtherapeutin ab, und der Umgang mit der quirligen Truppe macht ihr sichtlich Spaß.

Märchenwanderung und Pfingstküche

Meist kommen um die zehn Kinder, der Großteil aus Friedigerode, aber auch aus Hausen oder Oberaula. Sie werden alle herzlich aufgenommen und schwärmen von den Ausflügen – einer Märchen- und Fabelwanderung genauso wie von der Pfingstküche mit traditionellem Eier- und Speckessen.

Der Name der Gruppe geht auf den ersten Ausflug zurück, hier hat die Kohlmeise wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen – der Name der Gruppe stand fest. „Wir treffen uns immer am ersten Freitag im Monat von 15 bis 18 Uhr“, erklärt Hanna Kurz, die in einer Whatsappgruppe die Eltern informiert.

Basteln und Kochen mit Kürbissen

Jetzt, im November, stand der Kürbis im Mittelpunkt der Aktivitäten. Vor Gerd Conradis Haus ging es ans Verarbeiten. Auch die Rübe, die die Organisatoren, unters Kürbisvolk gemischt hatten, wurde schnell entlarvt und verkostet. Der 52-Jährige Koch schnitt sie in Scheiben und reichte das Gemüse zum Probieren.

„Schmeckt wie Kohlrabi, nur süß“, fand die elf Jahre alte Lilly. Beim Werkeln hatte Lasse (13) schnell die Technik des Aushöhlens drauf. Hanna Kurz hatte das passende Werkzeug für alle dabei. Inzwischen wehte auch schon der Duft von gebratenen Zwiebeln über den Hof, Zeit zum Rühren für Lilly, während der Hausherr klein geschnittene Kürbisscheiben in den Topf schnippelt.

Lilly rührt im Topf die Zwiebeln, damit sie nicht anbrennen, während Gerd Conradi den Kürbis dazu schnippelt.
Lilly rührt im Topf die Zwiebeln, damit sie nicht anbrennen, während Gerd Conradi den Kürbis dazu schnippelt. © Privat

Für Kinder stand das Schnitzen im Vordergrund. Dazu hatte Hanna Kurz Muster ausgedruckt, die sich die Kinder aussuchen konnten. Beim Umgang mit den Schneidwerkzeugen halfen die Älteren den Jüngeren.

Die Krönung des Tages war schließlich das gemeinsame Essen der Kürbissuppe, die bei allen Gästen gut ankam – begleitet von den vielen grinsenden Kürbisgesichtern, in denen nach Einbruch der Dunkelheit Kerzen für Schattenspiele sorgen. (Jochen Schneider)

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