Konzept für mehr Lebensqualität

Gemeinde Oberaula will mit Fördergeld vom Land das Ortsbild verbessern

Die Bundesstraße verläuft schneisenartig durch Oberaula – bei einer künftigen Sanierung soll es unter anderem um neue Rad- und Gehwege gehen.
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Die Bundesstraße verläuft schneisenartig durch Oberaula – bei einer künftigen Sanierung soll es unter anderem um neue Rad- und Gehwege gehen.

Die Gemeinde Oberaula erhält bis zu 250 .000 Euro aus dem Landesförderprogramm „Zukunft Innenstadt“ (HNA berichtete). Nicht nur Bürgermeister Klaus Wagner, auch die Gemeindegremien freuen sich über die Förderzusage des hessischen Wirtschaftsministers, heißt es aus dem Rathaus.

Oberaula. „Beantragt und erhofft, jedoch kaum erwartet und daher sehr positiv überrascht“, beschreibt Wagner seine erste Reaktion, als er das Schreiben des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir mit der Zusage erhielt. Man habe sich trotz des Programm-Namens und der sehr kurzen Antragsfrist im Juni nicht davon abhalten lassen, eine Interessensbekundung für das Förderprogramm abzugeben. Dabei wurden vier inhaltliche Schwerpunkte benannt, die die Gemeinde in den nächsten Monaten und Jahren planen und umsetzen möchte.

Dazu zählt der Leerstand: Bisher wurde der Sachstand lediglich in einem Leerstandskataster festgehalten. leerstehende Häuser zum Verkauf angeboten. Hier spricht Wagner von einem „neuen umfassenden Ansatz“ und meint neben der Planung eines neuen Baugebietes auch eine Innerortsstudie, die den derzeitigen und in den Folgejahren drohende Leerstand erfassen soll.

Sanierung der Bundesstraße bietet Chancen

Gleichzeitig sollen Eigentümern ermittelt werden, die ihre Häuser aktuell oder später verkaufen wollen, auch über Abriss soll gesprochen werden. In einem nächsten Schritt müssten die Grundstückszuschnitte und -größen untersucht werden und mit den Eigentümern gemeinsam ein Neuzuschnitt überlegt werden, um bei Neubauten die Enge der Bebauung zu verhindern und jungen Familien auch kleinere Freiflächen zum Spielen für Kinder oder zur Erholung anbieten zu können, heißt es weiter. Diese Frage muss danach entschieden werden, ob ältere Häuser erhalten oder abgerissen werden sollen oder können.

Auch die baldige Sanierung der Bundesstraße, die aktuell noch schneisenartig durch den Ort verläuft, bietet laut Wagner Chancen: „Es soll um eine deutliche Verbesserung des Ortsbildes gehen.“ Vorstellbar sei das Anlegen innerörtlicher Rad- und Gehwegen, auch unter dem Aspekt der Sicherheit. Auch das Wohnumfeld könne verbessert werden, beispielsweise durch neue Aufenthaltsplätze für Jüngere und Ältere – die Ideen reichen vom Wasserspielpatz bis hin zu Parkanlagen und einem Bouleplatz.

Profitieren könnte der Ort auch durch die Ausweisung des Knüllgebietes als Naturpark. Oberaula liege zentral und sei als Luftkurort und mit den touristischen Einrichtungen prädestiniert, sich zu etablieren, ist der Bürgermeister überzeugt. Das könne wirke sich auch positiv auf die Wohnqualität aus.

Bürgermeister kündigt Gesamtkonzept an

Erarbeitet werden soll zudem ein Co-Working-Konzept zusammen mit örtlichen Banken oder privater Investoren. Diese ambitionierten Vorhaben seien aber nur mit der Unterstützung der Verwaltung und den Gemeindegremien möglich.

Als ersten Schritt kündigt Wagner ein organisatorisches Gesamtkonzept, erarbeitet durch den Gemeindevorstand, an. Dann könne die konkrete Abwicklung mit dem Ministerium erörtert werden. Die Umsetzung sollte möglichst sehr schnell beginnen und bis Ende 2023 abgeschlossen werden. (Sandra Rose)

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