Städter kamen per Bus aufs Land

Lokalzeit: Das Parkhotel Zum Stern in Oberaula

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In Balance: Elke Lepper, die von Kindesbeinen an in den Hotelbetrieb hinein gewachsen ist, lenkt die Geschicke des Hotels seit nunmehr 15 Jahren.

Römische Garküchen, Klosterschenken, Zapfwirte: Bis in die Antike reicht die Geschichte der Gasthäuser zurück.

In unserer Serie Lokalzeit stellen wir Ihnen unsere Lokale vor – wie sie waren, was sie sind. Als ein Haus mit langer Tourismustradition und stetiger Weiterentwicklung präsentiert sich das Parkhotel zum Stern in der Mitte Deutschlands – in Oberaula. „Im Mittelpunkt der Republik können Unternehmen bei uns zentrale Tagungen für ihre Mitarbeiter anbieten – ein wichtiger Standortfaktor für uns“, erklärt Hotelchefin Elke Lepper, die seit rund 15 Jahren das Haus leitet und von Kindesbeinen an in den Hotelbetrieb ihrer Eltern hineingewachsen ist.

1897 gehörte das Stammhaus noch einer jüdischen Familie, die das Fachwerkhaus schon bald aber wieder weiter verkaufte. Mit seiner Lage an der Ortsdurchfahrt bot sich das Anwesen als Gasthof geradezu an, auch wenn das Objekt in der Historie zeitgleich auch noch als Heim für eine Zahnarztpraxis, einen Eisenhandel und auch eine Metzgerei diente.

Elke Leppers Eltern hatten den Familienbesitz 1962 übernommen und kauften nach und nach umliegende Höfe und Gebäude hinzu, um den Gasthof Zug um Zug auszubauen. „Mein Vater genoss das Ansehen eines Tourismuspioniers“, erinnert sich Elke Lepper, die weiß, dass es in den 1970er-Jahren in Oberaula rund 120 000 Übernachtungen im Jahr gab. „Von den vielen Gasthöfen der damaligen Zeit sind wir übrig geblieben“, sagt Lepper, die sich noch gut an die Anreisetage der großen Reisebusse erinnert: „Berliner, Hamburger und viele Menschen aus dem Ruhrgebiet kamen zu uns aufs Land in die Ferien. Es war die Zeit, wo Städter noch im eigenen Land Urlaub machten“.

Direkte Lage an der Ortsdurchfahrt: Das großzügige Haus – hier eine Aufnahme aus dem Jahre 1936 – bot sich als Gaststätte an. Elke Leppers Eltern übernahmen den Familienbesitz 1962.

So boten die Leppers ihren Hotelgästen auch damals schon ein eigenes Hotelhallenbad und hielten Wellness- und Sportangebote wie Sauna und Tennishalle vor, noch bevor sich der Wellnessgedanke in der Gesellschaft etablierte. „Wir haben Stammgäste, die uns noch aus der Ära der Busreisen bis heute die Treue halten“, sagt Lepper, die davon überzeugt ist, dass die Zufriedenheit eines jeden einzelnen Gastes die beste Erfolgsgarantie für einen Hotelbetrieb ist. „Sie können gar nicht so viel Werbung machen, als dass sie den Zufriedenheitsbonus der bereits da gewesenen Gäste wettmachen könnten. Zufriedene Gäste sind die besten Multiplikatoren.“

Selbstverständlich arbeite das Haus mit seinen 72 Zimmern und 140 Betten aber auch mit modernen Onlinebuchungsportalen zusammen. 55 Mitarbeiter kümmern sich im Parkhotel um das Wohlergehen der Gäste. Kurze Wege, Flexibilität und ein freundliches Miteinander schätzten die Tagungsbesucher, die eben auch auf die Schnelle mal besondere Kabel gereicht oder Bestuhlungswünsche verwirklicht bekämen. Die große Parkanlage, die die vier Häuser des Hotelkomplexes umgibt, lade Schulungsteilnehmer immer wieder zur Gruppenarbeit im Freien ein und gebe dem Haus zu Recht den Namen Parkhotel.

Originell: Bei der Gestaltung der Zimmer setzt das Team auf eine individuelle Handschrift, hier das Golfzimmer.

Kreativität wird in der Hotelküche gelebt, zeichne sich das Restaurant doch durch eine individuelle und regionale Küche aus. Gerne bringt der Küchenchef heimisches Wild auf die Karte. So wird das Parkhotel mit seinen verschiedensten Raumangeboten auch immer wieder für Familienfeiern gebucht. „Wir sind mit vielen Familien von der Taufe bis zum Trauercafé verbunden“, so Lepper. Jahr für Jahr bildet das Parkhotel Auszubildende im Bereich des Hotelfachmannes und als Koch aus. Für dieses Jahr habe das Hotel allerdings noch keinen geeigneten Bewerber für den Beruf des Kochs finden können.

Zimmer mit Charakter

Alle Zimmer sind im modernen Landhausstil eingerichtet und gerade im jüngst fertiggestellten Gebäude trägt jedes Zimmer seine ganz individuelle Handschrift. Während im Jagdzimmer beispielsweise ein großes Kuhfell und modern aufgearbeitete Geweihe dem Zimmer den gewissen Charakter verleihen, sind es im Golfzimmer die Golfschläger als Wandensemble und im Rotkäppchenzimmer die Gemälde und Accessoires der Trachten- und Märchentradition. „Mir ist der Wohlfühlfaktor in jedem Zimmer wichtig. Wir designen jedes Zimmer mit unseren eigenen Ideen“, sagt die Hotelchefin.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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