In Oberaula fehlen Kindergartenplätze

Platzmangel im Kindergarten: Ein Gremium soll nun über weiteres Vorgehen entscheiden

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In Oberaula fehlen Kitaplätze: Kirche und Kommune müssen nun beraten, welche Kita erweitert werden soll, hier die kirchliche Einrichtung im Kernort.

In der Gemeinde Oberaula fehlen Kindergartenplätze: Mindestens eine, eher zwei Krippengruppen, müssten eingerichtet werden, um den Bedarf langfristig zu decken.

Sowohl im Gemeindekindergarten in Hausen als auch in der kirchlichen Einrichtung in der Kerngemeinde zeichnet sich ein Platzmangel ab.

Die CDU- und die SPD-Fraktion haben den Gemeindevorstand damit beauftragt, schnellstmöglich ein Gremium in Absprache mit der Kirche zu bilden, um dem Platzmangel entgegenzuwirken. Im Kirchenvorstand hatte es zuvor Gespräche über die Trägerschaft gegeben: „Die Kirchengemeinde hat schon signalisiert, dass sie sich sorgt, das alles zu schaffen“, erklärt Dekan Christian Wachter und spricht damit die anstehenden Entscheidungen über einen Umbau beziehungsweise eine Erweiterung der Kita Eulennest an. Kirchengemeinde und Gemeinde stünden vor der Aufgabe, die Kapazitäten zu erhöhen, die Frage sei, an welchem Standort: „Wobei wohl eher im Kernort erweitert werden könnte“, so Wachter.

Die Gemeinde trägt 90% der Kosten

Untergebracht ist der kirchliche Kindergarten im früheren Gemeindehaus in der Roßgasse: „Eine Renovierung, insbesondere im Dachbereich, wäre insgesamt günstiger als ein Neubau“, sagt der Dekan. Von genauen Kostenschätzungen will Wachter aber noch nicht sprechen, sie seien „nicht verlässlich“. Wie aus Oberaula zu erfahren war, soll es sich um eine mittlere sechsstellige Summe handeln. 90 Prozent der Kosten für die Kita trägt ohnedies die Gemeinde.

Um die Kirchengemeinde und den Kirchenvorstand in der Geschäftsführung der Kita zu unterstützen, sucht der Kirchenkreis nach einer Entlastung. Erprobt sei in anderen Kirchenkreisen das Einrichten von Trägerverbänden. „Das könnte für alle 18 evangelische Kitas im Kreis interessant sein“, ist Wachter überzeugt.

Letztlich hat sich der Kirchenvorstand entschieden, die Trägerschaft zu behalten. Auch Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner sei laut Christian Wachter sehr daran gelegen, dass die Kirche weiter verlässlicher Partner bleibt.

Beratung in einem Gremium 

Wie dem Platzmangel in den Oberaulaer Kindergärten entgegengewirkt werden kann, darüber sollen Vertreter des kirchlichen Trägers und der Gemeinde Oberaula demnächst in einem Gremium beraten. „Es gibt einen dringenden Bedarf“, bestätigt auch Bürgermeister Klaus Wagner. Seiner Einschätzung nach fehlen mindestens zwei Gruppen für Unterdreijährige. Bauliche Erweiterungen müssten demnach an zwei Einrichtungen erfolgen, ist Wagner überzeugt. Auch eine Waldkindergarten-Gruppe sei im Gespräch. Hierfür würde aktuell die Nachfrage abgeklopft, Eltern seien angeschrieben worden. „Mindestens zwölf Kinder müssten es sein“, sagt der Bürgermeister. 

Schneller Handlungsbedarf 

Bis zum neuen Kindergartenjahr sei es schon allein vor dem Hintergrund der Corona-Einschränkungen nicht zu schaffen. „Aber im Oktober könnte die Waldkindergarten-Gruppe starten.“ Auch der Vorsitzende der SPD-Fraktion Klaus Baschnagel sieht schnellen Handlungsbedarf, vor allem vor dem Hintergrund notwendiger Renovierungen. „Das alles muss vor dem neuen Kita-Jahr auf den Weg gebracht werden.“ Nils Willhardt (CDU), der den gemeinschaftlichen Antrag einbrachte, unterstützt die Trägerschaft der Kirche. „Ich bin froh, dass der Kirchenvorstand sich durchgerungen hat, die Trägerschaft zu behalten.“ Ihm sei es wichtig, dass es vorangehe und vor allem die Gemeindevertretung in alle Entscheidungen eingebunden sei. „Die Fraktionen möchten hervorheben, dass eine zuverlässige und termingerechte Bereitstellung von Krippen- und Kindergartenplätzen für Familien sehr wichtig ist und wir als Gemeinde die Plätze in Absprache mit der Kirche zur Verfügung stellen wollen“, schrieb er in seiner Antragsbegründung. 

Kindertagesstätte ist ein Hauptaufgabenfeld des Kirchenvorstandes

Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg vom Kirchenvorstand Hausen positioniert sich klar: „Die Kita ist ein Hauptaufgabenfeld des Kirchenvorstandes.“ Viele junge Mütter würden ihr Kind gern in der evangelischen Kita anmelden, sie bräuchten Planungssicherheit. „Wir müssen zusammen mit den Gemeindevertretern ergebnisorientiert die Dinge auf den Weg bringen“, ist Schenck überzeugt. Es müsse auch im Interesse der Kirche sein, auf junge Familien einwirken zu können, insbesondere vor dem Hintergrund der vielen Kirchenaustritte.

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