Flächentausch fürs Feuerwehrhaus

Oberaula: Gemeindevertreter kritisieren mangelnde Kommunikation mit Ortsbeiräten

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Hat bald ausgedient: Das alte Feuerwehrhaus in der Homberger Straße in Oberaula ist bald Geschichte, der gemeinsame Neubau des Hauses aller Wehren soll in der Heerstraße entstehen.

Der Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses in Oberaula beschäftigte am Montagabend abermals die Gemeindevertreter:

Das neue, zentrale Haus soll in der Heerstraße entstehen, die Kosten liegen bei 3,4 Millionen Euro. Doch bevor sich die Parlamentarier mit dem Bebauungsplan beschäftigen werden, standen Grundstücksangelegenheiten auf der Agenda.

Der Sachstand hatte sich offenbar zur Überraschung aller erst kurz vor der Gemeindevertretersitzung abermals verändert – das berichtete Bürgermeister Klaus Wagner. Und stellte damit nicht alle Parlamentarier zufrieden. Mit zwei Familien sollen für den geplanten Feuerwehrhaus-Standort Flächen getauscht werden.

Ortsvorsteher und Feuerwehr waren nicht einbezogen

„Es gab Gespräche, in denen zunächst Flächen festgelegt wurden, dann aber wieder neue ins Spiel kamen“, erklärte Wagner. Holger Hehr (SPD) kritisierte das Vorgehen des Bürgermeisters: „Mich macht unzufrieden, dass die Ortsvorsteher und die Feuerwehrbeiräte da nicht involviert waren. Wir sind als Gemeindevertreter in der Pflicht, die Ortsbeiräte miteinzubeziehen.“ 

Hehr beantragte, dass über den Punkt erst abgestimmt werden sollte, wenn die Ortsbeiräte ihre Zustimmung gegeben hätten. Dagegen hielt Nils Willhardt (CDU) mit der Begründung, dass man sich mit dem Tausch schon seit längerem schwertue: „Wir sollten die Lösung jetzt nicht noch länger auf die lange Bank schieben, sondern es hier und heute zu Ende bringen.“

SPD hätte sich Diskussion gewünscht

Hausens Ortsvorsteher Jörg Albert (SPD) monierte, dass der Ortsbeirat nicht gefragt worden sei. Hehr verdeutlichte, nachdem sein Antrag, die Entscheidung zu verschieben, abgelehnt wurde, dass die Lösung des Grundstückstauschs im Verhältnis eins zu drei durchaus moderat für die Kommune sei – „es hätte uns teurer kommen können“ – stellte aber klar, dass er sich aufgrund des komplizierten Sachverhalts eine Diskussion gewünscht hätte. 

„In den Unterlagen ist vieles erläuterungsbedürftig, ein zeitlicher Puffer wäre wünschenswert gewesen.“ Kritisch merkte Werner Weidemann (CDU) vom Haupt- und Finanzausschuss das in der Beschlussvorlage vereinbarte Vorkaufsrecht der künftigen Eigentümer für das bisherige Feuerwehrhaus in Hausen an: „Wir müssen mit unseren gemeindlichen Flächen sorgsam und vorausschauend umgehen.“

Bürgermeister kann Kritik nachvollziehen

Bürgermeister Klaus Wagner nahm die Kritik durchaus an: „Ich verstehe, dass die Ortsbeiräte gefragt werden wollen. Das sollten wir in Zukunft auch tun. Aber hier haben wir durch die Änderungsvorschläge eine Sondersituation. Ich wäre froh, wenn wir das Thema heute abschließen könnten, damit wir uns mit dem Bebauungsplan beschäftigen können.“

Die Gemeindevertreter stimmten mit 15 Ja-Stimmen zu – ein Parlamentarier stimmte dagegen, einer enthielt sich.

Von Sandra Rose

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