Hundesalon wieder geöffnet 

Haarschnitt für Hunde: Pflege des Fells und der Krallen kann endlich wieder starten

Hatte bis Montag Berufsverbot: Hundefrisörin Christine Holick aus Oberaula durfte seit dem 16. März keine Hunde mehr in ihrem Salon scheren und pflegen. In anderen Bundesländern war das allerdings erlaubt.
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Hatte bis Montag Berufsverbot: Hundefrisörin Christine Holick aus Oberaula durfte seit dem 16. März keine Hunde m ehr in ihrem Salon scheren und pflegen. In anderen Bundesländern war das allerdings erlaubt.

Für Christine Holick aus Oberaula ging es zuletzt um nicht weniger als ihre Existenz. Seit dem 16. März bangte die 41-Jährige um ihre Selbstständigkeit. Denn Christine Holick betreibt eine Hundepension und einen Salon zur Pflege der Tiere, sie ist Groomerin, also von Beruf Hundefrisörin.

Seit Montag darf sie wieder arbeiten. Doch in Zeiten von Corona durfte die Oberaulaerin ihre vierbeinigen Kunden nicht pflegen, einzig die Tierpension blieb geöffnet. Bei Christine Holick rief das Unverständnis hervor.

Holick ist seit fünf Jahren selbstständig

Denn sie fühlte sich gegenüber Kollegen in anderen Bundesländern, etwa Thüringen oder Rheinland-Pfalz, deutlich benachteiligt. „Dort durften die Hundefrisöre unter Einhaltung strenger Hygieneregeln öffnen“, berichtet sie. Was sie besonders ärgert ist, dass bis vergangenen Freitag unklar war, ob sie öffnen darf – da war aber längst klar, dass Frisöre für Zweibeiner wieder würden arbeiten dürfen. „Ich tue nichts anderes. Hier könnte der Hund im Vorraum abgegeben werden, dann wird er von mir komplett gewaschen“, erläutert die 41-Jährige, die seit fünf Jahren selbstständig ist.

Ans Festnetz ging die genervte Oberaulaerin zuletzt kaum noch: „Ich musste den Kunden immer dasselbe erzählen, irgendwann habe ich den Anrufbeantworten mit den Infos besprochen.“

Hunde leiden, wenn sie nicht gepflegt werden können

In ihrer Verzweiflung hatte sich Christine Holick bereits per Mail und telefonisch an das Ordnungsamt, den Bürgermeister, den Landrat, an das Veterinär- und Gesundheitsamt gewandt. Doch ohne Erfolg.

Auch aus tierschutzrechtlicher Sicht hielt Holick das Verbot für fragwürdig: „Die Hunde bekommen mit dem Wärmehaushalt ein Problem, wenn das Fell nicht gekürzt beziehungsweise gepflegt wird, auch die Krallen müssen regelmäßig gestutzt werden“, verdeutlicht sie. Würde das vernachlässigt, könnten die Tiere Entzündungen entwickeln. Letztlich gab es am späten Freitag grünes Licht für Christine Holick und ihre Kollegen. Sie berichtet von einer, die zuvor Klage eingereicht hätte.

Sieben Wochen kein Verdienst

Sie selbst hatte Soforthilfe beantragt und auch bekommen. Die deckte nur die laufenden Betriebskosten: „Aber ich hatte natürlich seit sieben Wochen keinen Verdienst.“ Umso glücklicher war die Oberaulaerin am Montag, endlich wieder für Hund und Herrchen da sein zu können: „Die Kunden sind verständnisvoll und akzeptieren die strengen Regeln“, sagt sie. Gespräche mit Haltern fänden nur im Freien statt, die Tiere würden quasi an der Tür übergeben. Eingerichtet hat Christine Holick einen Wartebereich, wo immer nur ein Halter sitzt. Schon vor Wochen hatte sich die 41-Jährige mit Hände- und Flächendesinfektionsmittel ausgestattet, zuletzt kaufte sie noch eine weitere Maschine: „Ich muss das komplette Arbeitsmaterial nach jedem Hund sterilisieren.“ 

Durch die Vorgaben dauert die Pflege nun etwas länger als sonst

Durch die Vorgaben dauere die Pflege jetzt etwas länger, zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Denn: Auch Hundehaare müssen vor dem Schnitt gewaschen werden. So gern Christine Holick wieder arbeitet, so leidtut es ihr, ihre Kunden vertrösten zu müssen: „Wer heute anruft, den kann ich erst im Juni bedienen“, bedauert sie.

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