Oberaula verzichtet bei Ortsbeiratswahl komplett auf Parteilisten

Oberaula. Mit der direkten Wahl der Kandidaten für die Ortsbeiräte hat die Gemeinde Oberaula bereits bei der Kommunalwahl 2011 beste Erfahrungen gemacht. Deshalb sollen auch zu der Wahl am 6. März 2016 wieder keine Parteilisten aufgestellt werden.

„In unseren Ortsteilen stehen damit nur die Wunschkandidaten zur Wahl“, erklärt Bürgermeister Klaus Wagner.

Als urdemokratisch bezeichnet der Rathauschef diese Art der Ortsbeiratswahlen. Denn im Gegensatz zu früher gibt es mit diesem Verfahren keine konkurrierende Parteiliste, sondern nur Kandidaten auf den jeweiligen Gemeinschaftslisten, die sich für das Geschehen in ihrem Heimatdorf wirklich interessieren. „Wir wählen die Personen, nicht die Partei.“

In den kommenden Wochen werden im Rahmen von Versammlungen die Gemeinschaftslisten in allen Ortsteilen aufgestellt: in Hausen am 5. November, in Wahlshausen am 10. November, in Olberode am 24. November, in Oberaula am 26. November, in Friedigerode am 3. Dezember und in Ibra am 8. Dezember. Der Ortsbeirat in Ibra hat fünf Mitglieder, der in Oberula neun, alle anderen sieben. Mindestens so viele Bewerber sollten in jedem Ort auf der Liste stehen, sonst entfällt das Gremium. Klaus Wagner wünscht sich genügend Kandidaten für die Wahl: „Nur, wenn sich für jeden Ortsteil genügend Bewerberinnen und Bewerber aufstellen lassen, können die Wähler auch wirklich auswählen.“

Er hat bei der letzten Kommunalwahl mit Freude festgestellt, dass dieses Wahlsystem zu einer höheren Frauenquote führt. In Oberaula sind z.B. vier von neun Mitgliedern des Ortsbeirats Frauen, in Olberode vier von sieben. Erstmals in der Geschichte des Luftkurortes gibt es sogar zwei Ortsvorsteherinnen. „Ohne Parteipolitik scheint es einfacher zu sein, engagierte Kandidatinnen und Kandidaten zu finden“. Und auch das Parteiengezänk sei komplett entfallen. (ley)

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