Auswanderin in Peking

Schwälmerin lebt im Reich der Mitte

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Zu Hause in einem fernen Land: Julia Klein hat sich für China entschieden.

Oberaula. Julia Klein hat ihr Herz an und in China verloren. Die Schwälmerin lebt und arbeitet in Peking. 

Die 28-Jährige stammt aus dem beschaulichen Hausen. Bei einem Stipendium zur Chinaqualifikation – ein Angebot der Uni für ein Jahr Sprachkurs in Mandarin und Kurse zur Kultur, Politik, Wirtschaft, Philosophie und Geschichte – entdeckte die junge Frau ihre Leidenschaft für das Land. „Dieses Programm hat mein Interesse an China geweckt, sodass ich in 2010 das erste Mal nach Peking gereist bin und einen Sprachkurs absolviert habe.“

Tief beeindruckt kehrte Julia Klein zurück. Dabei spricht die Oberaulaerin etwas augenzwinkernd von Kulturschock. „Selbst einfache Dinge wie U-Bahnfahren oder das Einkaufen im Supermarkt waren damals eine Herausforderung“, erzählt sie. Nach dem Uniabschluss bewarb sie sich weltweit um eine Stelle – jedoch in China arbeiten und leben zu können, damit hatte sie nicht gerechnet. Zunächst arbeitete sie im Sprachlernzentrum des Goetheinstituts in Chongqing, wo sie ein Jahr lang Deutsch unterrichtete. „Chongqing ist im Vergleich zu Peking viel ursprünglicher und es gibt vergleichsweise wenig Ausländer, sodass man sehr auffällt und oft angesprochen, angestarrt und fotografiert wird, aber jetzt kann ich mit den Menschen kommunizieren, dadurch fällt es leichter“, so die Oberaulaerin. Nach einem Jahr war für Julia Klein klar, dass sie ihre Sprachkenntnisse verbessern und mehr über Land und Leute lernen wollte. Es folgte ein Praktikum in einem kleinen chinesischen Unternehmen in Peking.

Zur selben Zeit verlor sie auch ihr Herz an einen jungen Chinesen. Mit ihm lebt sie in Peking. „Es gibt viele kulturelle Unterschiede zwischen uns und unseren Familien, was unser Leben sehr spannend macht“, erzählt sie.

Die Oberaulaerin ist überzeugt, dass China und Deutschland voneinander profitieren können. „Die Chinesen sind beeindruckt von deutscher Technik, beispielsweise der Auto-Produktion.“ Umgekehrt könne Deutschland von der schnellen Entwicklung lernen, etwa beim bargeldlosen Bezahlen. „Natürlich gibt es auch Nachteile wie eingeschränktes Internet, Überbevölkerung, Luftverschmutzung und wenig Urlaub – aber die Erfahrung, die ich hier sammeln kann, ist für mich mehr wert“, sagt Julia Klein.

Zur Person

Julia Klein absolvierte ihr Abitur am Schwalmgymnasium in Treysa. Danach studierte sie an der Uni Kassel und machte ihren Bachelor in Soziologie mit Nebenfach Psychologie. Seit März 2016 arbeitet sie in einem chinesischen Beratungsunternehmen als deutsche Pojektmanagerin. Sie betreut Projekte im Bereich Bildung und Investment.

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