Mobiles Impfteam unterwegs

Oberaula: Zwei Stunden bis zum ersehnten Piks

Lange Schlangen gab es beim Impftermin in Oberaula.
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Lange Schlangen gab es beim Impftermin in Oberaula.

Das Warten nahmen am Donnerstag viele Menschen in Oberaula gern in Kauf: Es war der zweite Impftermin der mobilen Impfteams des Kreises zusammen mit dem DRK Schwalm-Eder, auch der wurde sehr gut angenommen.

Oberaula. Vor der Mehrzweckhalle bildete sich eine lange Schlange. Unterschied an diesem Tag? Dank der Berichterstattung der HNA wussten diejenigen, deren zweite Impfung noch kein halbes Jahr zurückliegt, dass ihnen kein Piks verabreicht wird – weil der Impfstoff nun entgegen aller Vorhersagen knapp ist.

Monika Battenberg brachte ihrer Kollegin Christine-Ann Raesch, Koordinatorin der ambulanten Hospizarbeit des Kirchenkreises Schalm-Eder, einen Campingstuhl für die Wartezeit vorbei, auch heißen Kaffee in der Thermoskanne.

Warten auf die Impfung: Monika Battenberg hat eigens einen Stuhl und Kaffee mitgebracht und besuchte mit ihrem Mann Martin Kollegin Christine-Ann Raesch (links) um ihr die Wartezeit zu verkürzen.

Schüler wolle sich impfen lassen

Monika Battenberg selbst hatte aus der Zeitung erfahren, dass sie nicht geimpft wird – sie hat noch 14 Tage, bis das halbe Jahr nach ihrer Zweitimpfung voll ist. Darüber ist sie sauer und muss weiter suchen.

Wer drankommen wollte, musste Zeit mitbringen. Morgens betrug die Wartezeit etwa zwei Stunden. Gegen 10.30 Uhr waren die Schülerinnen Lilly Holick und Kira Bambey fast am Ziel. Die 13-Jährigen hatten sich selbst entschieden, zur Impfung zu gehen. Beide haben das ewige Testen in der Schule satt, Eltern begleiteten sie.

Gut vorbereitet: Die Schülerinnen Lilly Holick und Kira Bambey hatten Impfbuch und Aufklärungsbögen parat.

Der Zimmermann Jan Niklas will sich den Stress mit dem Testen an der Arbeit nicht machen. Seit Mittwoch gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Er wartete auf seine Erstimpfung. Bislang hatte der 22-Jährige keine große Not gesehen. Er sei jung und gesund.

Keine Lust mehr auf PCR-Test

Ein anderer junger Mann in der Schlange musste mehrfach 90 Euro für einen PCR-Test ausgeben. Das werde ihm auf die Dauer zu teuer, erzählt er. Und bevor er mit einer Impfpflicht gezwungen werde, entscheide er das nun doch lieber freiwillig. Andere wiederum konnten es gar nicht erwarten, wie die Sozialpädagogin Maria Lipphardt. Die 24-Jährige arbeitet im sozialen Bereich und will sich und andere mit der Booster-Impfung schützen. Eine 66-Jährige war aus Schwalmstadt angereist, weil sie sich ausgerechnet hatte, dass sie in Oberaula weniger lange warten müsse als etwa in Wabern – wegen des größeren Einzugsgebiets. Trotz dritter Impfung will sie sich bei der derzeitigen Entwicklung nicht einmal zu Weihnachten mit der Familie treffen. Sie habe Vorerkrankungen und sehr viele Verwandte. Beides passe in der derzeitigen Situation mit den ständig wachsenden Ansteckungen nicht zusammen. Selbst wenn alle drei Mal geimpft seien, habe sie noch Bedenken vor Treffen und die Kontakte von sich aus weitgehend eingeschränkt.

Bürgermeister Klaus Wagner war mit dem Verlauf der Impfaktion insgesamt zufrieden, sieht aber Fehltritte der Bundespolitik. „Erst versprechen sie, es sei genügend Impfstoff da und jetzt das.“ Er hat in Absprache mit den Hausärzten versprochen, dass ab Donnerstag 120 Patienten in den Oberaulaer Praxen geimpft werden können, auch solche bei denen die Halbjahresfrist noch nicht ganz abgelaufen ist. Allerdings betreffe das vorwiegend deren Patienten. Ihm sei es wichtig gewesen, dass das Impfmobil nach Oberaula kommt, damit die Menschen vor Ort die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. Die Schlange sei zu erwarten gewesen, die Menschen seien aber sehr diszipliniert.

Die Aufbauten wurden vom Bauhof unterstützt, alles sei problemlos verlaufen. (Christine Thiery)

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