Anna Katharina und Gerhold Knauff feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Nie ohne Kuss ins Bett

Langes Eheleben: Anna Katharina und Gerold Knauff feiern heute Diamantene Hochzeit. Im Hintergrund ist ein Schwälmer Tellerregal zu sehen, das Gerold Knauff getischlert hat. Foto: Decker

Steina. Heute vor 60 Jahren gaben sich Anna Katharina und Gerhold Knauff in der Kirche in Steina ihr Eheversprechen. „Es war bei uns Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Anna Katharina, die ihren Mann zärtlich mit „Schatzi“ anredet. Beim Karneval 1954 in Trutzhain lernten sich die damals 16-Jährige und der 18-Jährige kennen.

„Er brachte mich in der Nacht zu Fuß bis nach Steinatal heim, wo ich damals für das Internat in der Hauswirtschaft arbeitete, und er fragte mich, ob er denn wiederkommen dürfe“, erinnert sich Anna Katharina mit einem Lächeln. Er durfte und so wurden die beiden ein Paar.

Nach der Hochzeit zogen sie in das Elternhaus von Gerhold Knauff. Anna Katharina kümmerte sich um die drei Kinder, die auf die Welt kamen, versorgte den Haushalt und betrieb die kleine Nebenerwerbslandwirtschaft, tatkräftig unterstützt von ihrer Schwiegermutter. Ihr Mann Gerhold arbeitete in der väterlichen Tischlerei, machte 1962 seinen Meister und übernahm die Werkstatt 1975. Bis zu seinem 70. Lebensjahr arbeitete er mit viel Leidenschaft und Ideen in ihr.

Möbel restaurieren

Als Kunststofffenster ihren Einzug in den Hausbau hielten, verlegte der Tischler den Schwerpunkt seiner Arbeit von der Fensterherstellung auf das Restaurieren und Anfertigen von Schwälmer Möbelstücken. „Auf einem Handwerkermarkt in Neukirchen hat er einmal sogar meine Truhe verkauft, obwohl sie nur als Anschauungsobjekt gedacht war“, erinnert sich Anna Katharina, „aber er hat mir natürlich eine neue getischlert.“ Neben Truhen und Schränken baute der Tischlermeister auch viele Schwälmer Originale nach, die es so nicht mehr gab.

Seinen Töchtern schenkte er beispielsweise Stillstühlchen, die Jahrzehnte vorher zur klassischen Ausstattung eines Schwälmer Haushaltes gehört hatten, und ein wunderbar verzierter Hochzeitsstuhl ziert die Diele seines Hauses.

Als die ersten Enkelkinder geboren wurden, entdeckte Anna Katharina ihre Leidenschaft des Oma-Seins und hütete alle, auch um ihren Töchtern und ihrer Schwiegertochter eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.

„Noch heute kommen Heiligabend alle Kinder und Enkelkinder zu uns zum Feiern“, freuen sich die beiden Senioren, „und natürlich übernachten auch alle bei uns in unserem großen Haus.“ Bis vor wenigen Jahren verreisten die Knauffs regelmäßig. „Wir waren sogar zwei Mal in Amerika“, schwärmt Gerhold Knauff. Andere Ziele waren Teneriffa, die Türkei und der bayerische Wald. Jetzt sind die Reisen nicht mehr so weit. „Unser Sohn hat einen Wohnwagen am Neuenhainer See, dorthin fahren wir jetzt gern“, erzählt die 77-Jährige. Das gemeinsame Hobby des Tanzens pflegten die Senioren bis vor wenigen Jahren, jetzt lesen sie viel, schauen fern oder lösen Kreuzworträtsel.

Immer versöhnen

Ein Geheimnis ihrer langjährigen Ehe sieht Anna Katharina Knauff darin, dass sie – wenn sie sich gestritten haben – nie ohne Versöhnungskuss zu Bett gegangen seien. Am Samstag feiern sie ihre Diamantene Hochzeit mit einem Gottesdienst, danach wollen sie mit ihren Kindern, Schwiegerkindern, fünf Enkeln, einem Urenkelkind und Freunden gemütlich Essen gehen.

Von Christina Decker

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