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Ottrau feiert seinen Laden

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Dorfansicht: Blick in Richtung Unterdorf um 1955.
Dorfansicht: Blick in Richtung Unterdorf um 1955. © Repro: Jochen Schneider

Von Mittwoch bis Freitag gibt es in Ottrau was zu feiern: Der Gutkauf-Laden der Familie Krey in der Dorfmitte wird hundert Jahre alt. Das ruft die Industrie- und Handelskammer (IHK) auf den Plan, die am Mittwoch die Jubiläumsurkunde überreicht, obwohl sich in den Unterlagen das genaue Gründungsdatum im Jahr 1910 durch den Urgroßvater Adam Krey und seinen Bruder Johannes nicht mehr ermitteln lässt.

Ottrau. Der offizielle Eintrag bei der IHK erfolgte 1922, deshalb hat der heutige Inhaber Detlef Krey das Datum nach 100 Jahren für die Feierlichkeiten ausgesucht. Eigentlich hat Krey den Beruf des Elektroinstallateurs gelernt und ist während Kindheit und Jugend quasi in das Geschäft hineingewachsen. Von seinen zwei Brüdern und der Schwester hatte niemand Ambitionen den Laden zu übernehmen, weshalb Detlef Krey 2009 den Schritt vollzog. Nachdem im vergangenen Jahr der Vater verstarb und die Mutter nach einem Schlaganfall auf den Rollstuhl angewiesen ist, wuchs die Verantwortung. Die Mutter hilft ihrem Sohn so gut es geht, nimmt Telefonate entgegen und notiert Bestellungen, während Detlef Krey für die Kunden der direkte Ansprechpartner im Geschäft ist.

Und das gelingt ihm besser als gedacht, obwohl sein ehemaliger Arbeitgeber immer versichert hat, dass eine Rückkehr ins Handwerk jederzeit möglich sei. Doch das ist überhaupt kein Thema, denn der rund 100 Quadratmeter große Tante-Emma-Laden in Ottrau wird sehr gut frequentiert, gerade auch zu Pandemiezeiten, „da war es bei uns nicht so voll und das mochten die Leute“, so Krey. Und auch die steigenden Spritkosten tragen dazu bei, dass die Käufer kurze Wege bevorzugen.

Montags und mittwochs ist das Geschäft nur halbtags geöffnet, damit Detlef Krey Ware an Kunden ausliefern kann. Dieser Service werde sehr geschätzt. Samstags muss der Geschäftsmann früh aufstehen, denn dann sind über 50 Tüten mit Backwaren von diversen Brötchensorten bis hin Laugenstangen zu packen, die alle vorbestellt sind und von den Kunden abgeholt werden. Dann stapeln sich bei GutKauf die großen Körbe mit Ware, aber lange warten muss niemand, schließlich ist es ein eingespielter Ablauf.

Zur Feier gibt es am Mittwoch und am Folgetag den ganzen Tag über Gegrilltes und Bier vom Fass, am Freitag wird gar die Ortsdurchfahrt gesperrt: „Zum großen Familientag haben wir uns für jeden etwas einfallen lassen“, sagt der 46-jährige Kaufmann. Neben einem Showtruck gibt es eine Hüpfburg, Clowns und viel Zuckerwatte sowie Leckereien vom Grill sowie Getränke und auch Kaffee und Kuchen.

Mit der Feier möchte die Familie Krey nicht nur das Jubiläum würdigen, sondern auch den Kunden Danke sagen, dass sie über so viele Jahre dem Geschäft die Treue gehalten haben. „Ich freue mich über den positiven Zuspruch und bin stolz, die Familientradition auch in den kommenden Jahren fortführen zu können“, sagt Unternehmer Krey. (Jochen Schneider)

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