Amtsinhaber Miltz will Bürgermeister in Ottrau bleiben

Am 12. März wählen die Ottrauer einen neuen Bürgermeister. Heute stellen wir Ihnen Amtsinhaber Norbert Miltz (59, parteilos) vor. Er will auch in den kommenden sechs Jahren die Geschicke der Gemeinde als Chef der Verwaltung lenken.

Von Daniel Göbel

Ottrau. Von Amtsmüdigkeit ist bei Norbert Miltz nichts zu spüren. „Ich habe nach wie vor Lust, das zu machen“, sagt er gut gelaunt beim Besuch im Ottrauer Rathaus.

Hinter dem 59-Jährigen liegen anstrengende Wahlkampftage. Innerhalb von vier Wochen suchte er jeden Haushalt in allen Ortsteilen auf – um sich vorzustellen, für seine Politik zu werben und um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Genau darin sieht Miltz auch seinen Vorteil: „Meine Stärke ist die Bürgernähe. Ich bin immer und überall in Ottrau präsent und habe ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen.“

Auch diesmal will der 59-Jährige wieder ohne Partei im Rücken antreten, wie schon bei der Wahl 2011. Die CDU-Fraktion hatte sich damals relativ früh auf einen anderen Kandidatenfestgelegt. Also trat Miltz kurzerhand aus der Partei aus, zog seine Kandidatur allein durch und schaffte den Einzug ins Rathaus.

In der Gemeinde habe sich während seiner Amtszeit in den vergangenen sechs Jahren vieles zum Positiven gewandelt, auch wenn noch nicht alle Ziele erreicht seien.

„Wir haben mit der Einführung der Ganztagsbetreuung und der Erweiterung der Kita eine der modernsten Einrichtungen dieser Art im Altkreis Ziegenhain“, sagt Miltz nicht ohne Stolz.

Baustellen im Blick

Allerdings habe er auch die offenen Baustellen im Blick. So wolle er sich künftig weiterhin für einen generationsübergreifenden Familienbeirat in Ottrau einsetzen. Ein weiteres Thema ist die ärztliche Versorgung, in der Gemeinde gibt es keinen niedergelassenen Arzt. „Wir haben das auf der Agenda. Eine schnelle Lösung wird es aber nicht geben, weil es aufgrund der Rahmenbedingungen eine schwierige Angelegenheit ist.“

Bürgermeister zu sein bedeute vor allem, wenig Freizeit zu haben. Um sich durch komplexe Themen zu arbeiten, reiche die reguläre Arbeitszeit meist nicht aus. So verbringt der 59-Jährige seine Abende nicht selten mit Aktenbergen auf dem Schreibtisch, dazu kommen Abend- und Wochenendtermine.

„Ich war im vergangenen Jahr auf sämtlichen Veranstaltungen von Ottrauer Vereinen. Die Veranstaltungen, die ich wegen terminlicher Überschneidungen nicht wahrnehmen konnte, kann ich an einer Hand abzählen“, sagt Miltz und schiebt schmunzelnd ein: „Ich bin eben mit der Gemeinde Ottrau verheiratet.“

Im Verwaltungswesen fühlt sich der gelernte Finanzbeamte zuhause. Knapp 40 Jahre arbeitete er in der Finanzverwaltung, fast ebenso lang reicht sein kommunalpolitisches Engagement zurück, das im Ortsbeirat von Immichenhain begann und ihn bis zum Vorsitzenden der Gemeindevertretung führte. 2008 kandidierte er vergebens für das Bürgermeisteramt in Breitenbach.

Dem Wahlabend blickt Miltz optimistisch entgegen. „Ich habe aus meinen vorherigen Wahlkämpfen gelernt, das ist meine Stärke.“

• Zur Bürgermeisterwahl gibt es am       Dienstag, 28. Februar, ab 19.30 Uhr einen HNA-Lesertreff in der Mehrzweckhalle Ottrau.

Rubriklistenbild: © Göbel

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